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—  in  dem  kleinen  Städtchen  ein  Ereigniß,  woran  noch  Kindeskinder
  zehren  werden.

Nach  beendigter  Inspicirung  begab  sich  der  Kronprinz  zu
den  großen  preußischen  Truppenmanövern  in  Koblenz  und  machte
dort  dem  König  von  Preußen  seine  Anfwartung.  Seine  Familie
aber  sammelte  sich  unterdessen  in  Würzburg.

Am  29.  September  traf  daselbst  zuerst  der  kleine  Erbprinz
Ludwig  ein.  Eine  Anzahl  geputzter  Knaben  mit  Fähnchen  war
an  der  Treppe  der  Residenz  aufgestellt,  und  einer  der  Kuaben
überreichte  dem  Prinzen  eine  blaue  seidene  Fahne,  worauf  sein
Namenszug  nebst  einer  passenden  Inschrift  in  Silber  gestickt
war.  Andern  Tags  kam  die  Kronprinzessin  an.  Die  ganze
Stadt  hatte  sich  mit  Blumen,  Teppichen,  Flaggen,  Weinlanbgewinden
  und  Tranben  bedeckt.  Aber  der  Hauptfesttag  war  der
5.  Oktober,  an  dem  Nachmittags  die  Geschütze  der  Citadelle  die
Einfahrt  des  Kronprinzen  in  die  Stadt  meldeten.  Die  Landwehr
  bildete  Spalier.  Auf  der  Treppe  der  Residenz  kam  die
Kronprinzessin,  den  Erbprinzen  auf  dem  Arme,  dem  Gemahle
entgegen  und  Vater,  Mutter  und  Kind  hielten  sich  umarmt  im
Angesichte  von  Tausenden,  mitten  in  dem  Gepränge.  Wie  das
die  Menge  gerührt  hat!

Der  Kronprinz  gedachte  den  Winter  über  in  Würzburg
zu  verweilen,  und  die  Würzburger  thaten  ihr  Möglichstes,  ihm
den  Aufenthalt  angenehm  zu  machen.  Sie  veranstalteten  ihm
zu  Ehren  am  15.  Oktober  eine  Wasserfahrt.  Der  Kronprinz
und  die  Kronprinzessin  fuhren  nämlich  Nachmittags  mainabwärts
auf  dem  Dampfboot  „Therese“  nach  Karlstadt.  Bei  der  Rückfahrt
  kamen  der  „Therese“  drei  andere  Dampfschisse  von  Würzburg
  her  entgegen  und  gaben  ihr  das  Geleite.  Als  es  dunkel
wurde,  beleuchteten  sich  die  Uferdörfer  und  an  den  Flußrändern
sah  man  wandelnde  Flammen.  Nun  illuminirten  auch  die  Dampfschiffe
  selbst,  indem  sie  Hunderte  von  farbigen  erleuchteten  Bal-