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lons  trugen,  die  allerlei  phantastische  Figuren  von  der  Ferne
bildeten.  Auf  den  Höhen  flammte  Feuer.  Raketen  besäten  den
dunkeln  Himmel  mit  bunten  Sternlein.  Schwärmer  sprühten
ganze  Platzregen  von  Feuerfunken  nieder,  und  hie  und  da  erschien
  die  Festung  Marienberg  im  grünlich  weißen  Lichtglanze
bengalischer  Flammen.  Würzburg  selbst  schwamm  im  Lichtgefunkel.
  Auf  den  Wällen  gaukelten  Feuerwerkskörper,  aus  den
Wellen  zischten  Feuerbüschel.

Ein  paar  Tage  darauf  hielten  die  Bürger  einen  großen
Fackelzug,  der  vor  der  Residenz  mit  Flammenschrift  ein  riesiges
bildete,  während  die  Musilchöre  arbeiteten.  Die  Zünfte
aber  brachten  ihre  Huldigung  und  ihre  Gaben  am  hellen  Tage
(21.  Oktober)  in  einem  grotesken  Aufzug  dar.

Der  Hofkeller  in  Würzburg  ist  keineswegs  die  geringste
Merkwürdigkeit  daselbst.  Da  lagern  die  köstlichsten  Weine  des
Mainthals.  Eines  Abends  beehrten  die  königlichen  Hoheiten
dieses  Museum  mit  einem  Besuch.  Es  war  festlich  erleuchtet,
jedes  Faß  hatte  seine  Lampen.  In  stattlichen  Reihen  lagen  sie
da  die  Fässer,  feierlich  ernst.  In  den  einen  lärmte  gährender
Most  und  drang  schäumend  aus  den  Spundlöchern,  wie  es  just
die  muthwillige  Weinjugend  thut.  In  andern  Jässern  aber,
über  und  über  grün,  war's  stille.  Da  drinnen  schlief  hundertjähriger
  „Stein“  und  „Leisten,“  anzusehen  im  Glase  wie  eitel
flüssiges  Gold.

Am  7.  November  ein  Winzerfest.  Eine  Anzahl  Wagen
und  Reiter  bildeten  einen  geschmackvoll  geordneten  Zug,  den
der  Kronprinz  mit  den  Seinigen  von  einer  auf  dem  Residenzplatz
  errichteten  Schaubühne  aus  betrachtete.  Den  Zug  eröffnete
die  Franconia,  eine  Personifikation  des  Frankenlandes.  Ihr
folgte  auf  antikem  Wagen  der  Weingott  Bacchus,  dem  auf  einzelnen
  Wagen  alle  Attribute  des  Weinbaus  nachgeführt  wurden.
Hier  sah  man  Trauben  gelesen,  dort  gekeltert  werden.  Bald

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