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Berlins  Hauptstraßen  gehalten.  Noch  waren  in  denselben  die
Blutlachen  nicht  ganz  verwaschen,  als  der  König  von  Preußen
an  der  Spitze  eines  unermeßlichen  Pöbels  einherreitend,  ausgerüstet
  mit  einer  gewaltigen  Tricolore,  pathetisch  erklärt  hatte,
sich  an  die  Spitze  Deutschlands  und  der  nationalen  Bewegung
stellen  zu  wollen.  Dabei  war  der  Thierarzt  und  Barrikadenkämpfer
  Urban,  eine  kolossale  gemalte  Kaiserkrone  schwingend,
vor  dem  königlichen  Reiter  hergelaufen.  Während  aber  die
Erwählung  des  österreichischen  Prinzen  den  Stachel  der  Eifersucht
  dem  preußischen  Monarchen  in's  Herz  drückte,  begab  sich
der  König  von  Bayern  eigens  mit  dem  Minister  des  Aeußern
nach  Regensburg,  um  den  durchreisenden  Reichsverweser  zu  begrüßen
  und  ihm  bis  an  Bayerns  Grenzen,  nach  Passan,  das
Ehrengeleite  zu  geben.  Dann  verlegte  er  das  königliche  Hoflager
  nach  Reichenhall  und  Ende  August  nach  Nymphenburg.

Während  man  einerseits  die  urtheilslose  Masse  durch  Verbreitung
  abgeschmackter  Gerüchte  zu  Excessen  zu  hetzen  suchte,
wollte  man  anderseits  den  König  durch  dieselben  Mittel  seinem
Volke  entfremden.

Bald  nach  der  Rückkehr  des  Hofes  von  Reichenhall  im
Jahre  1848  erhielt  der  König  von  mehreren  Personen  Warnungen,
  das  Oktoberfest  in  München  auf  der  Theresienwiese  nicht
zu  besuchen,  denn  ein  Anschlag  auf  sein  Leben  sei  im  Werke.
Im  Vertrauen  auf  Gott  und  auf  die  Treue  des  bayrischen
Volkes  wurde  den  Warnern  keine  Folge  gegeben.

Im  folgenden  Jahre,  als  der  König  im  Begriff  war,
Nürnberg  zu  besuchen,  wiederholten  sich  dieselben  Warnungen.
Die  Warner  wurden  mit  Verachtung  belohnt.

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