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halten.  Als  aber  nach  längerem  Regemwetter  der  Himmel  sich
aufheiterte,  winkte  es  verführerisch  nach  Sizilien  hinüber,  und
der  König  konnte  der  Einladung  des  Frühlings  nicht  widerstehen.
  Zum  Führer  durch  die  Insel  hatte  er  sich  den  Maler
Widmer,  einen  Landsmann,  mitnehmen  wollen,  der  seit  vielen
Jahren  in  Rom  heimisch  und  mit  Siziliens  Leben,  Natur  und
Monumenten  wohl  vertraut  war.  Aber  er  ließ  ihn  doch  in
Neapel  zurück,  weil  er  es  vorzog,  von  dessen  Meisterhand
mehrere  antike  Kunstwerke  des  Museo  Borbonico  daselbst  gezeichnet
  zu  erhalten  und  unter  dessen  Leitung  von  einem  dort
ebenfalls  aufbewahrten  sehr  schönen  antiken  römischen  Adler
einen  Gypsabguß  nehmen  zu  lassen.

Auf  Sizilien  herrschte  eine  unheimliche  Stimmung  im
Volke.  Hie  und  da  entdeckten  die  Spione  der  Regierung  eine
Verschwörung.  Einer  und  der  Andere  ward  erschossen,  und  alle
Bewohner  Siziliens  mußten  die  Waffen  abliefern.  Aber  der
Groll  glühte  tief  in  den  Schichten  des  Volkes,  wie  die  Schwefel-Feuer
  in  den  Eingeweiden  des  Aetna.  Während  des  Königs
von  Bayern  Anwesenheit  zu  Palermo  sollten  wieder  mehrere
angebliche  Verschwörer  hingerichtet  werden.  Ein  junger  Mann
war  dabei,  von  dreiundzwanzig  Jahren,  Namens  Castaglia,  ein
Waffenhändler.  Er.  hatte  seine  Waffenvorräthe  eingemauert,
war  aber  verrathen  worden.  Als  eines  Tages  König  Max
auf  der  Terrasse  hinter  dem  Palaste  Butera,  wo  er  wohnte,
lustwandelte,  warf  sich  die  Frau  des  Verurtheilten  mit  ihren
zwei  kleinen  Kindern  zu  seinen  Füßen,  seine  Fürsprache  bei  dem
neapolitanischen  König  anflehend.  Der  König  versprach  es  und  bat
anf  telegraphischem  Wege  in  Neapel  um  Gnade  für  den  Mann.
Der  Telegraph  brachte  den  Begnadigungsbefehl  für  den  einen
Unglücklichen  und  noch  für  drei  andere.  Die  düstere  Stimmung,

welche  sich  seit  vierundzwanzig  Stunden  über  Palermo  gelagert
hatte,  schlug  in  ungemessene  Freude  um.  In  der  ganzen  Stadt,

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Müller,  König  Mox  II.  12

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