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gefaßte  Reliquie  der  Mutter  Gottes  zum  Andenken  gab.  Schon
früher  hatte  der  König  von  Pius  IX.  einige  werthvolle  Gegenstände
  römischer  Kunst  erhalten.  Er  verließ  Rom  nicht,
ohne  namhafte  Geldsummen  an  darbende  deutsche  Landsleute
zurückzulassen.

Ueber  Flovenz  reisend,  traf  er  am  7.  Juni  Nachmittags
in  Venedig  ein.  In  einem  vierundzwanzigrudrigen  Boote,
an  dessen  Mittelmast  die  bayrische  Flagge  wehte,  fuhr  er,  begleitet
  von  einem  Schwarm  neugieriger  kleiner  Gondeln,  durch
den  „großen  Kanal“  dem  kaiserlichen  Garten  zu,  wo  ihn  der
Statthalter  von  Venedig,  Erzherzog  Ferdinand  Max  —  jetzt
Kaiser  in  Mexico  —  mit  militärischem  Pompe  bewillkommte.
Die  Fahrt  auf  dem  großen  Kanale  hatte  das  größte  Interesse
für  den  König;  sie  führte  ihm  eine  Menge  Bilder  der  Geschichte
vor  das  geistige  Ange.  Der  Kanal  selbst,  der  graphischen  Gestalt
  nach  einer  zum  Sprunge  sich  bäumenden  Schlange  gleichend,
  ist  ein  Symbol  der  alten  Lagunenkönigin.  Und  just  hier
an  dem  Kanale,  wo  es  sich  massenhaft  drängt  von  Palästen,
arabisch  und  gothisch,  wo  sich  Wälschland  und  Morgenland  in
dem  Baustyl  vermischen,  knüpfen  sich  so  großartige  Erinnerungen.
Dort  über  dem  Steingewirr  aus  dem  wunderlichen,  umbauten
und  überbauten  Häuschen,  das  eine  Terrasse  mit  wildem  grünen
Strauchwerk  hat,  ist  da  nicht  Marino  Falieri  heraus  und  in
den  Dogenpalast  geschritten,  um  das  Blutgerüst  zu  besteigen  —
der  ehrgeizige  wilde  Greis,  der  so  üppigen  Haß  wie  ein  Jüngling
  nährte?  Aber  die  Kanonen  erdröhnen,  der  König
ist  am  Landungsplatz.

Am  8.  Juni,  Nachts  eilf  Uhr,  ging  er  an  Bord  eines
Dampfers,  der  nach  Triest  abfuhr.  Am  11.  Juni,  Nachmittags
  fünf  Uhr,  war  er  in  Wien.

Fünf  Monate  hat  der  Aufenthalt  des  Königs  in  Italien
gedauert  und  auf  dessen  körperliches  Befinden  sichtbar  guten

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