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Einfluß  gehabt.  Der  anziehendste  Ort  war  ihm,  wie  früher,
doch  wieder  Rom.  Rom  ist  ihm  nicht  bloß  die  Weltstadt  der
Kunst  gewesen;  den  katholischen  Königen  Bayerns  ist  es  auch
die  Hauptstadt  der  katholischen  Welt.  Seit  Jahrhunderten  haben
sich  Bayerus  Fürsten  als  die  Stütze  der  katholischen  Kirche  in
Deutschland  bewährt,  und  ohne  den  großen  Kurfürsten  Maximilian
  I.  wäre  wahrscheinlich  auf  deutscher  Erde  der  Katholizismus
  enger  begrenzt.

Die  Abbiegung  des  Königs  nach  Wien  hatte  eine  politische
Absicht;  sie  sollte  das  innige  Bündniß  Oesterreichs  und  Bayerns
in  den  deutschen  Angelegenheiten  beurkunden.  Großen  Genuß  gewährten
  dem  König  in  Wien  die  Theater.  Auch  hier  bewies  er
sich  als  Freund  alles  geistigen  Wirkens.  Alle  literarischen  Persönlichkeiten,
  die  über  dem  Nivean  der  Mittelmäßigkeit  standen,  ließ
er  sich  vorstellen.  In  der  Staatsdruckerei  sich  umzusehen,  hat
er  nicht  vergessen.

Am  18.  Juni  verließ  er  Wien.  Am  20.  Juni,  Abends
sieben  Uhr,  traf  er  in  München  ein,  festlich  empfangen.  Sein
erster  Gang  am  andern  Morgen  war  auf  die  Stätte  des  Unglücks.
  In  der  Vorstadt  An  hatte  das  Hochwasser  großen  Schaden
  angerichtet.  Der  König  kam  mit  der  Königin,  tröstete  die
armen  Leute,  versprach  schnelle  Hülfe  und  ließ  sofort  —  das
war  die  Hauptsache  —  tausend  Gulden  aus  seiner  Privatkasse
vertheilen.

Bald  darauf,  am  2.  Juli  1853,  reiste  er  mit  der  Königin
in  Begleitung  des  Kriegsministers  nach  Berlin,  traf  zu  Leipzig
mit  der  Königin  Amalie  von  Griechenland  zusammen,  und  kam
am  5.  Juli  Abends  neun  Uhr  am  Bahnhof  in  Berlin  an.  Hier
empfing  ihn  die  preußische  Generalität.  Sofort  aber  begaben
sich  die  bayrischen  Majestäten  nach  Potsdam  an  den  Hof
Friedrich  Wilhelms  IV.  Es  war  keine  Lustreise  für  den  König
Max  II.  Sie  hatte  lediglich  ein  politisches  Motiv:  Versöhnung