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Oktober  starb  dem  König  die  Mutter,  an  der  er  mit  ganzer
Seele  gehangen.  Als  die  Leichenfeierlichkeiten  vorüber  waren,
begab  er  sich  mit  den  Seinen  nach  Hohenschwangau,  um  seinen
  Schmerz  in  dem  Frieden  der  Familie  und  der  Gebirgsnatur
  zu  lindern.  Aber  eine  neue  Schreckensbotschaft  rief  ihn
mit  der  Königin  am  22.  Dezember  auf  die  Reise.  König  Ludwig
  war  in  Darmstadt  schwer  erkrankt.  Seine  bestürzten
Kinder  eilten  alle  an  sein  Krankenbett.

Drittes  Kapitel.

Der  König  in  Rurnberg.  —  Haudschreiben.  —  Der  gelauste  Judenbuhel.
—  Das  Hausgelchenk  der  Handwerker  und  das  „Tilchruckets“  des  Nonigs.
—  Galanterie  der  Gemüseweiber.  —  Begegnung  mit  einer  Bauerin.  —  Das
„Konige-  Itistungehaus.“  —  Aueflug  an  den  Bodeusee  und  nach  ZJurich.

An  1.  Juli  1855  begab  sich  der  König  mit  der  Königin
  nach  Nürnberg.  Er  hatte  der  Stadt  diesen  Besuch  versprochen.
  In  der  alten  Kaiserburg,  wo  von  1050—1704  neunundzwanzig
  deutsche  Kaiser  verweilt  hatten,  ward  das  Hoflager
aufgeschlagen.  Die  Prinzen  kamen  aber  späler  nach  und  da  erst
auf  Bitten  der  Nürnberger.  Die  Burg  war  durch  den  König
prächtig  im  altdeutschen  Style  restaurirt  worden,  und  die  Nürnberger
  hatten  als  Huldigungsgeschenk  das  Geräthe  für  zwei
Gemächer  erbracht.

Vor  seiner  Ankunft  hatte  der  König  dem  Bürgermeister
von  Nürnberg  geschrieben:

„Aus  den  Zeitungen  ersehe  Ich,  daß  man  in  Nürnberg
für  Meine  demnächstige  Anwesenheit  daselbst  ein  größeres
Fest  auf  dem  sogenannten  Judenbühl  bereite,  das  gewiß
mit  bedeutenden  Kosten  verknüpft  ist.  Dessen  bedarf  es  nicht.
Ich  glaube,  daß  die  Bürger  Nürnbergs  Mich  gerne  in  ihrer

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