Mitte  sehen;  das  genügt  Mir.  Sagen  Sie  also  der  Mir

werthen  Stadt  Nürnberg  Meinen  freundlichen  Dank  für  dasbeabsichtigte

  Fest.  Will  sie  die  dafür  etwa  bestimmten  Kosten
den  Nothleidenden  spenden,  so  wird  dieß  Meinem  Herzen  eine
neue  Freude  bereiten.  Ich  bin  mit  wohlwollenden  Gesinnungen

München,  12.  Juli  1855.

Ihr  wohlgewogener
König  Max.“

Wir  wissen  nicht  —  und  haben  uns  auch  nicht  erkundigt
—  ob  die  Armen  die  für  das  Fest  etwa  bestimmten  Kosten  erhielten.
  Aber  ein  Fest  ward  gehalten  und  zwar  auf  dem  „Maxfelde,“
  dem  getauften  „Judenbühel,“  der  im  Jahre  1848  die
Rostr  der  Volksredner  hat  abgeben  müssen.  Die  Erwähnung
des  Judenbühel  in  dem  königlichen  Handschreiben  ist  eine  feine
Satyre.

Unter  großem  Andrang  des  Volkes  fand  am  2.  Juli  Vormittags
  der  Zug  der  Handwerker  statt,  welche  die  altherkömmlichen
Hausgeschenke  der  Innungen  auf  die  Kaiserburg  brachten.  Es
brauchte  über  drei  Stunden  von  neun  Uhr  an,  bis  der  Zug  sich
im  Burghofe  aufgestellt  hatte.  Nach  altem  Brauche  waren  alle
Theilnehmer,  achthundert  Handwerker,  im  Arbeitskittel  und
trugen  ihr  Werkzeug.  Jede  Innung  wurde  durch  eine  Anzahl
Meister,  Gesellen,  Lehrjungen,  durch  einen  Sprecher  und  Fahnenträger
  vertreten.  Dem  Zuge  voraus  gingen  Musikanten.  Die
Baugewerbe  brachten  das  Modell  der  alten  Reichsburg,  die
Tischler  einen  schönen  Stuhl,  die  Uhrmacher  eine  Uhr,  die
Tapezierer  ein  Ruhekissen,  die  Hafner  Geschirr  aller  Art,  die
Flaschner  ein  großes  kunstreiches  Vogelhaus  und  Spielsachen
für  die  Prinzen,  die  Küfer  einige  kunstvoll  ohne  Reife  gearbeitete
Kufen,  die  Seiler  ein  Seil  für  den  sechsundfünfzig  Klafter  tiefen
Schloßbrunnen,  die  Drechsler  ein  reichverziertes  Schachbrett  mit
Figuren,  die  RKammmacher  Kämme,  die  Regenschirmmacher

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