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den  Besuch  des  Erzherzog-Statthalters  Karl  Ludwig.  Nach
gemachtem  Gegenbesuch  am  andern  Morgen  setzte  er  die  Reise
fort  und  kam  am  31.  Jannar  über  Brixen  und  Trient  in
Verona  an,  begrüßt  von  dem  Feldmarschall  Radetzky  und  von
einem  Generaladjutanten  des  österreichischen  Kaisers,  der  denselben
  von  Mailand  hergeschickt  hatte.  Am  1.  Februar,  Nachmittags
  zwei  einhalb  Uhr,  langte  der  König  mittels  Separatzugs
  der  Eisenbahn  in  Mailand  an  und  stieg  in  der  k.  k.
Hofburg  ab.  Der  Kaiser  und  sein  Bruder,  Erzherzog  Ferdinand
  Max,  waren  dem  König  im  Galawagen  und  in  Paradeuniform
  bis  zur  Eisenbahnstation  vor  der  Porta  Tosa  entgegengefahren,
  wo  sich  die  Monarchen  umarmten  und  zusammen  in
einem  Wagen  in  die  Stadt  fuhren.

In  der  Hofburg  angelangt,  machte  der  König  der  Kaiserin
seine  Aufwartung.  Abends  war  ihm  zu  Ehren  Hofconcert  im
großen  Karyatidensaal  vor  ungefähr  sechszehnhundert  Gästen
aus  den  vornehmsten  Ständen.  Mehr  als  hundert  Mailän-=derinen,
  die  schönsten,  in  aller  Pracht  des  Reichthums  waren
da.  Ueber  dreitausend  fünfhundert  Kerzen  brannten  im  Saal.
Die  berühmtesten  Sängerinen,  die  aufzutreiben  waren,  sangen
und  Bazzini  geigte.  Der  König  erschien  in  der  Oberstenuniform
eines  österreichischen  Cavallerie-Regimentes,  wovon  er  Inhaber
war.  Am  andern  Morgen  hörte  er  eine  Messe  in  der  Hofpfarrkirche,
  speiste  Mittags  an  der  kaiserlichen  Tafel,  die  einhundertvierzig
  Gedecke  hatte,  und  ging  Abends  in's  Scala=Theater,
  wo  eine  Festvorstellung  stattfand.  Der  Kaiser  machte
den  liebenswürdigsten  Wirth,  führte  seinen  Gast  da  und  dorthin,
  wo  etwas  zu  sehen  war.  Auch  in  die  berühmte  Ambrosiuskirche
  und  in  den  Dom  —  ein  Wunderbau  ganz  aus  weißem
Marmor  mit  einem  Wald  von  Thürmchen  und  Statuen.  König
Max  suchte  auch  die  Gelehrten  auf  und  setzte  mehr  als  einen  in
Erstaunen  über  seine  Kenntnisse  in  der  Alterthumskunde.