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in  Neapel  erwies  ihm  ein  Bataillon  Marinesoldaten  die  militärischen
  Ehren.  Die  Begrüßungen  von  Seite  des  Hofes  übergehen
  wir  als  selbstverständlich.  Das  Wetter  war  schon  warm,
wie  im  Hochsommer  in  München.  Die  Natur  prangte  im
Blätter=  und  Blüthenschmuck.

Fleißig  streifte  der  König  in's  Land  hinaus.  Auf  seine
Kosten  ließ  er  in  Pompeji  Nachgrabungen  mit  Erfolg  veranstalten.
  Auch  würdigte  er  den  Baron  Rothschild  der  Ehre,  ihm
ein  Gastmahl  geben  zu  dürfen.  Eine  Woche  brachte  er  in
Sorrento  zu  und  schiffte  sich  dann  nach  Frankreich  ein.  Am
14.  Mai  Nachmittags  zwei  Uhr  lief  die  neapolitanische  Dampf-Fregatte
  „Tancredi,“  an  dessen  Bord  sich  der  König  befand,  in
den  Hafen  von  Marseille  ein.  Von  den  Forts  donnerten  hundert
und  ein  Kanonenschüsse  zum  Salut.  Um  drei  Uhr  stieg  er  an's
Land,  wo  die  Behörden  der  Stadt  ihn  begrüßten.  In  der  bereit
stehenden  Equipage  des  commandirenden  Generals  fuhr  er  in  das
Absteigequartier.  „Die  freundlichen  Züge  des  Königs  erwarben
ihm  die  Zuneigung  der  herbeigeeilten  Menge,  berichtete  der  „Courrier
  de  Marseille.“  Abends  besuchte  König  Max  das  Theater.

In  Lyon,  wo  der  König  sein  Incognito  ablegen  und  der
officielle  Empfang  von  Seite  des  Kaisers  der  Franzosen  stattfinden
  sollte,  wurden  große  Vorbereitungen  getroffen.  Der
Bahnhof  der  Mittelmeereisenbahn  war  reich  geschmückt,  der
Wartsaal  mit  rothem  Sammt  ausgeschlagen.  Ueberall  bayrische
und  französische  Flaggen.  Die  ganze  Armee  von  Lyon  war  ausgerückt.
  Alle  Waffengattungen  bildeten  Spalier  in  den  Straßen,
durch  die  der  König  fahren  sollte.  Ein  Marschall  von  Frankreich,
  ein  Senator,  die  Generale  der  Armee  von  Lyon,  die  Abgesandten
  des  Kaisers,  die  höchsten  Beamten  des  Departement,
der  Stadt-Magistrat  und  eine  ungezählte  Menschenmenge  warteten
  am  Bahnhof.  Alle  Straßen,  durch  welche  der  Zug  gehen
sollte,  waren  geflaggt  und  mit  Menschen  gefüllt.

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