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Um  fünf  einhalb  Uhr  Abends,  am  15.  Mai,  langte  der
König  im  Bahnhofe  an.  Beim  Aussteigen  aus  dem  Ehrenwagen
  wurde  er  von  dem  Flügel-Adjutanten  des  Kaisers  Napo—
leon  III.,  General  Baron  von  Beville,  von  Graf  Tascher  de
la  Pagerie,  oberster  Kämmerer  der  Kaiserin,  und  von  Graf
Riencourt,  Stallmeister  des  Kaisers  im  Namen  Napoleons  III.
in  Frankreich  begrüßt.  Hier  wurden  ihm  der  Marschall  Castellane
und  andere  Herren  hohen  Ranges  vorgestellt.

„Der  bayrische  Monarch  —  berichteten  die  Lyoner  Journale
  —  ist  von  mittlerer  Größe,  seine  Gesichtszüge  sind
sanft  und  regelmäßig;  er  scheint  dreißig  bis  fünfunddreißig
Jahre  alt  (ist  aber  bekanntlich  zehn  Jahre  älter);  seine
Physiognomie  trägt  den  Stempel  des  Wohlwollens  und  der
Güte.  Französisch  spricht  er  sehr  geläufig  und  beantwortete
die  an  ihn  gerichteten  Glückwünsche  in  dieser  Sprache.  Besonders
  sprach  er  dem  Herrn  Senator  Baisse  das  Vergnügen
aus,  welches  ihm  die  malerische  Umgebung  und  die  Schönheit
der  Zugänge  Lyons  verursachten.“

Nach  der  Begrüßung  im  Bahnhofe  fuhr  der  König  in  dem
Wagen  des  Marschalls,  welcher  zu  Pferde  folgte,  langsam  durch
die  prächtige  Avenue,  welche  von  dem  Platz  Napoleon,  der  Rne
Bourbon  und  dem  Platz  Louis  Le-Grand  gebildet  wird.  Von
dem  Fort  Saint  Just  donnerten  die  Kanonen.  Der  Wagen
war  oft  gehemmt  durch  die  heranfluthenden  Menschenwellen.

„Der  König  von  Bayern  —  meldete  die  Gazette  de
Lyon  —  ist  der  erste,  welcher  die  Ehren  dieser  wahrhaften
Via  triumphalis  in  die  Stadt  erhält,  welche  Straße  die
größten  Erinnerungen  Frankreichs  erweckt.  Sie  ist  würdig
eines  Monarchen,  welcher  von  seinem  Vater  die  Liebe  für
die  Künste  und  die  Kenntnisse  der  Werke  der  Baukunst
ererbte.“  —

Im  Hotel  des  Königs  war  große  Tafel.  Davor  lagerte

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