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Gast  in  die  für  ihn  bereiteten  Gemächer.  Geschmack  und  Kunst
und  Reichthum  und  Luxus  überboten  sich  darin.

König  Max  II.  von  Bayern  war  der  erste  Monarch,
welcher  den  Hof  des  Kaisers  Napoleon  III.  in  Frankreich  besuchte.
Ein  Monarch  aus  einer  der  ältesten  Dynastien  Europa's  kam
zu  einem  aus  der  jüngsten  Dynastie.  Legitimität  in  höchster
Potenz  und  Suflrage  universel.  Zwei  Pole,  die  wegen  ihrer
Ungleichartigkeit  sich  anzogen.  Der  Kaiser  erkannte  die  Ehre
dieses  Besuches  an  und  ehrte  den  Gast,  wie  noch  keiner  von
ihm  geehrt  worden  ist.  Es  war  wohl  nicht  zufällig,  daß  er  den
König  in  dem  Schlosse  zu  Fontainebleau  zuerst  empfing,  dessen
Bauschon  im  zwölften  Jahrhunderte  begann.  Franzl.,  Heinrich!I  V.,
Ludwig  XIV.  und  Ludwig  XV.  haben  daran  gebaut.  Eine
stumme  Chronik  von  Frankreich  ist  dies  Schloß.  Diesen  Saal
bewohnte  Ludwig  der  Heilige,  in  jenem  Zimmer  schlief  Karl  V.,
in  diesem  Raume  widerrief  Ludwig  XIV.  das  Edikt  von  Nantes.
An  dem  Altar  jener  Kapelle  las  das  gefangene  Oberhaupt  der
Christenheit,  Pins  VII.,  seine  Messe;  in  jenem  Kabinet  unterzeichnete
  der  gefallene  Herr  der  Welt,  Napoleon  I.,  seine  Abdankung
  und  in  dem  Hofe  nahm  er  den  berühmten  Abschied  von
seinen  Garden.  Aber  jetzt  empfing  hier  ein  anderer  Napoleon,
wenn  auch  nicht  der  Herr,  so  doch  der  Vorsitzende  Europa's,
den  König,  bei  dessen  Lebzeiten  der  Belgier  Gachard  behauptete,
es  gäbe  in  Europa  keinen  Regenten,  der  mehr  für  die  Entwicklung
  und  Erleuchtung  der  Menschen  thäte.  Ist  das  nicht  das
Gerippe  von  Frankreichs  Geschichte!  Und  als  fremde  Episode
dazu:  in  der  Hirschgallerie  ließ  Christine  von  Schweden  ihren
Günstling  Monaldeschi  während  ihres  Aufenthaltes  in  dem
Schlosse  ermorden.

Andern  Tags  Morgens  fuhr  Napoleon,  selbst  kutschirend,
den  König  von  Bayern  in  einem  kleinen  Wagen  im  Parke  spazieren.
  Abends  war  Theater  im  Schlosse.  „Bataille  de  Dumes“

7*ni