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wurde  gegeben.  Den  nächsten  Morgen  erneuerte  sich  die  Scene
des  vorhergehenden,  nur  saß  noch  die  schöne  Kaiserin  in  dem
Char-à-bance.  Gegen  Abend  versammelte  sich  der  ganze  Hof
und  das,  was  man  in  Frankreich  den  „Rahm  der  Gesellschaft“
nennt,  zu  einem  Nachtfeste  im  englischen  Garten.  Die  Chöre
der  Oper  waren  in  dem  Kiosk  versteckt,  der  mitten  in  dem
großen  Teich  liegt.  Während  die  süßesten  Melodien  ertönten,
schaukelten  sich  die  Gäste  in  prächtigen  Gondeln  mit  venetianischen
  Lampen  auf  der  Wasserfläche.  Ein  Kunstfeuerwerk  schloß
das  Vergnügen.

Nicht  bloß  auf  der  Promenade  ward  der  König  mit  dem
Kaiser  und  der  Kaiserin  gesehen,  sondern  auch  stets  bei  der  heiligen
  Messe  in  der  Schloßkapelle.

Am  24.  Mai,  Mittags  zwei  Uhr,  verließen  die  Majestäten
Foutainebleau  und  trafen  um  drei  ein  balb  Uhr  auf  dem  prächtig
gezierten  Lyonerbahnhof  in  Paris  ein.  Da  standen  zur  Begrüßung:
  Prinz  Napoleon  und  Marschall  Vaillant,  Kriegsminister;
  Marschall  Magnan,  Befehlshaber  der  Armee  von  Paris,
und  zwei  Bataillone  Infanterie  in  Schlachtordnung  u.  s.  w.
In  den  Tuilerien  bewohnte  der  König  den  Pavillon  Marsan.
Die  herzliche  Aufnahme  von  Seite  der  kaiserlichen  Familie,  die
Huldigungen  des  Volkes,  zeugten  sie  nicht  von  der  hohen  Achtung,
die  Frankreich  für  Bayerns  König  hatte!  Noch  nie  ist  in  Paris
ein  fremder  Monarch  mit  solchen  Sympathien  empfangen  worden,
als  Max  II.  Wenn  er  ausfuhr,  drängte  sich  das  Volk  vor  dem
Tuileriengitter,  um  ihn  zu  sehen,  und  wenn  er  mit  Napoleon
zusammen  im  Parke  war,  bildete  das  Volk  in  ehrerbietigster
Weise  Spalier.  Besonders  war  er  den  Gelehrten  ein  Gegenstand
  der  Verehrung.  Denn  das,  was  er  für  die  Wissenschaft
gethan,  hatte  er  nicht  bloß  für  sein  eigenes  Volk  gethan.  Allen
Völkern  kam  es  zu  Gute,  und  darum  batte  er  Anspruch  auf
ihren  Dank,  den  ihm  Enropa  nicht  vorenthielt.

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