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Der  Kaiser  veranstaltete  seinem  Gaste  zu  Ehren  eine  große
Heerschau  auf  dem  Marsfelde  und  machte  mit  ihm  Ausflüge
nach  Versailles,  dem  luxuriösen  Todtenmonument  der  Bourbonen,
und  nach  St.  Cloud,  dem  Lieblingsaufenthalt  Napoleons  I.  und
Josephinens.  Die  Stadt  Paris  gab  ihm  einen  Ball  im  Thronsaal
  des  „Stadthauses“  —  ein  glänzendes  Fest,  das  den  König
sehr  befriedigte.  Auch  wurde  seine  Büste  vom  Stadtrathe  im
Sitzungssaale  des  „Ilotel  de  ville“  aufgestellt,  weil  es  Sitte
ist,  die  Büsten  aller  Souveräne  darin  aufzustellen,  welche  das
Gebäude  besucht  haben.

Am  29.  Mai  ging  Max  II.  zum  Grabe  Napoleons  J.
im  Dom  der  Invaliden.

„Tritt  schweigend  ein,  es  ist  ein  Kaisergrab.“

In  der  kaiserlichen  Schatzkammer  steht  —  einst  ein  Geschenk
der  Stadt  Paris  —  die  Wiege  des  „Königs  von  Rom,“  nur
wenige  Schritte  von  dem  Sarge  entfernt.  Das  gab  dem  König
viel  zu  denken.  In  diesem  zufälligen  Umstande  drückt  sich  symbolisch
  die  allzukurze  Bahn  des  Napoleoniden  aus.  Aber  nach
einem  Kreislauf  unerhörter  Begebenheiten  herrscht  doch  wieder
ein  Napoleon  als  Kaiser  über  das  schöne  Frankreich,  obgleich
Enropa's  Fürsten,  große  und  kleine,  sein  Geschlecht  geächtet
haben,  nachdem  der  Mann  ihrer  Furcht  von  den  Engländern
an  den  brennenden  Felsen  von  St.  Helena  geschmiedet  war.
Obwohl  also  der  Heldenstamm  für  ewig  zerschmettert  schien
unter  den  Schlägen  eines  tragischen  Geschickes,  doch  hat  er
wieder  gegrünt  und  gesproßt  und  wird  wohl  noch  dereinst
den  Rächer  hervorbringen  an  den  englischen  Mäklern.

Die  Zeitungen  hatten  dem  Besuche  des  Königs  von  Bayern
eine  politische  Tendenz  zugeschrieben.  Das  war  falsch,  obwohl
es  ganz  natürlich  ist,  daß  der  König  die  Gelegenheit  nicht  versäumte,
  Griechenland  dem  Wohlwollen  des  Raisers  zu  empfehlen.

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