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besuchte  er  die  merkwürdigen  Orte  in  der  Umgebung.  So  das  Haus
Voltaire's  in  Ferney,  das  Schloß  der  Frau  von  Staël  zu
Coppet,  das  uralte  Schloß  Chillon  mit  prachtvoller  Aussicht
über  den  Genfersee  und  Vaucluse,  ein  Dorf  im  südöstlichen
Frankreich,  in  dem  wildromantischen  Felsenthale,  dessen  Reize
Petrarca  in  Sonetten  und  Briefen  gefeiert  hat.  Der  Schriftsteller
  Abbé  André  )  diente  ihm  als  Führer  zu  dem  Lieblingsplatze
  Petrarca's.  Dieser  ist  in  der  Nähe  der  Felsenhöhle,  aus
welcher  die  durch  den  Dichter  berühmt  gewordene  Sorgue  hervorbricht
  und  sich  über  hohe  Felsen  stürzt  von  Wasserfall  zu
Wasserfall.  Eine  Säule  hält  die  Erinnerung  an  den  Dichter
wach.  Von  seinem  Haus  ist  nicht  die  Spur  mehr.

Auf  der  Rückreise  besuchte  der  König  öfter  in  Ragatz  die
Grabstätte  Schellings,  dessen  Andenken  er  durch  ein  Denkmal
geehrt  hat.  Es  ist  von  Ziebland  entworfen  und  von  dem  Bildhauer
  Hauser  in  München  in  Stein  ausgeführt  worden.  Noch
kurz  bevor  der  König  den  Schweizerboden  verließ,  nahm  er  dort
Abschied  von  den  Manen  des  Freundes  und  Lehrers.  Mit
Rührung  gewahrte  er  die  Blumen  auf  dem  eingesunkenen  Grabhügel
  und  dankte  der  treuen  Pflegerin  —  es  war  des  Pfarrers
Schwester.  Später  übersendete  er  ihr  ein  silbernes  Weihwasser-Kesselchen.


Mittags  am  9.  Mai  kam  er  in  Lindau  an  und  setzte  nach
der  Tafel  die  Reise  nach  München  fort.  Bald  nahm  ihn  die
hohe  Politik  in  Anspruch.

Ein  tiefer  Riß  ging  durch  das  bundesfreundliche  Verhältniß
  zwischen  Preußen  und  Oesterreich  einerseits;  anderseits
zwischen  Preußen  und  den  deutschen  Mittelstaaten,  Bayern  an
ihrer  Spitze.  Ueber  Preußen  war  nämlich  —  durch  ein  launiges

4)  Sein  neuestes  Werk  ist:  Histoire  de  saint  Veran,  annchorete  à
Varclusc,  evéque  de  Caraillon.  Par.  1865.

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