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Spiel  des  Zufalls  —  die  sogenannte  „neue  Aera“  gelommen,
indem  die  Regierung  unter  den  Ausspicien  der  „Regentschaft"
mit  constitutionellen  Formen  spielte  und  moralische  Eroberungen
in  Deutschland  zu  machen  vorgab.  In  der  That  aber  suchte
sie  die  schon  einmal  gestrandete  Unionspolitik  wieder  hervor  und
prätendirte,  diesmal  mit  leiseren  Socken  auftretend,  zunächst  die
militärische  und  diplomatische  Führung  der  deutschen  Bundesstaaten.
  Sie  wurde  unterstützt  von  einer  Partei,  die  sich  in
dem  sogenannten  „National-Verein“  organisirte,  der  aber  außer
Preußen  wenig  von  der  deutschen  Nation  umfaßte.  Bei
diesen  unleidlichen  Verhältnissen  ergriff  König  Max  die  Initiative,
um  die  gestörte  Harmonie  —  in  Süddeutschland  war  die  Stimmung
  gegen  Preußen  sehr  erbittert  —  wenigstens  dem  Aeußern
nach  wieder  herzustellen,  um  so  mehr,  als  sich  zu  der  Zerrissenheit
  im  Innern  die  Gefahr  eines  Krieges  nach  Außen  gesellen
konnte.  Schon  Ende  April  war  eine  persönliche  Begegnung
des  Königs  von  Bayern  mit  dem  Prinz-Regenten  von  Preußen
angebahnt  worden.  In  einer  Unterredung  mit  dem  König  von
Würtemberg  wurde  dann  beschlossen,  gemeinsam  mit  dem  Prinz-Regenten
  in  Baden-Baden  zusammen  zu  kommen.  Da  traf
überraschend  die  Nachricht  ein,  daß  Napoleon  III.  dort  gleichfalls
  erscheinen  werde,  und  mit  derselben  die  förmliche  Einladung
des  Prinz-Regenten  auf  eine  Zusammenkunft  Mitte  Juni.
Morgens  am  28.  Mai  1860  reiste  König  Max  nach
Regensburg,  um  den  Fesstlichkeiten  beizuwohnen,  welche  die
Stadt  ans  Anlaß  der  fünfzigjährigen  Vereinigung  mit  der  Krone
Bayern  feierte.  Auch  führte  er  daselbst  den  üblichen  Hammerschlag
  auf  den  ersten  zum  Ausbau  der  Domthürme  gelegten
Stein.  Von  Regensburg  nach  dem  Münchner  Bahnhofe  zurückgekehrt,
  fuhr  er,  ohne  die  Stadt  zu  betreten,  sogleich  mit  der
Königin  nach  Stuttgart  und  Darmstadt,  von  wo  beide  Majestäten
  die  Rheiupfalz  besuchten.  Während  dann  die  Königin

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