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die  Hauptstadt  von  Gelderland,  ist  malerisch  gelegen  am  Fuße
der  „Veluvischen  Berge,“  die  freilich  nur  Hügel  sind,  aber  gekrönt
mit  den  schönsten  Anlagen  und  Landhäusern.  Das  Klima  in
dieser  „holländischen  Schweiz“  muthete  den  König  an.  In  der
Eusebiuskirche  betrachtete  er  die  Grabmäler  der  alten  Herzöge
von  Geldern.  Aber  wie  er  einmal  das  Hügelland  mit  seinen
rieselnden  Quellen  —  die  einzigen  in  Holland  —  hinter  sich
hatte,  da  ward  es  prosaisch.  Das  Parfum  von  Holland,  der
Torfgeruch,  schwamm  in  der  Luft.  Flach  und  weit  ging  das
Landschaftsbild  hinaus,  ohne  Hügelwellen,  ohne  Abwechslung,
nichts  als  Ebene,  mit  Weidenbäumen  besät,  von  schlafenden
Wassern  in  engen  Betten  durchzogen,  und  überall  Windmühlen,
die  gespenstisch  mit  den  langen  Armen  gestikulirten,  die  eine
komisch  langweilig,  die  andere  keuchend  und  plump,  die  dritte
lustig  herum,  wie  eine  Gesellschaft  alter  dicker  Holländerinen,  wenn
sie  einen  Hops  machen.  1)

Am  17.  Juli  langte  König  Max  in  Scheveningen  an.
Weiter  rechts  von  dem  Fischerdorfe,  einsam  auf  der  Höhe  der
Dünen,  steht  das  „Badhuis,“  ein  vornehmes  großes  Hotel.
Hier  logirte  sich  der  König  ein.  Vor  dem  Gebäude,  auf  der
Höhe  der  Dünen  dehnt  sich  eine  schöne  Terrasse  aus,  die  theils
mit  Ziegelsteinen  gepflastert,  theils  mit  kleinen  Muschelschalen
bestreut  ist.  Von  der  Landseite  führt  ein  schöner  Weg  mit  breiten
Stufen  hinauf  und  eine  schmale  Treppe  leitet  von  der  mit  grünen
Tischen  und  Bänken  besetzten  Terrasse  an  den  Strand  hinunter.
Unten  sind  die  Badewagen  aufgefahren,  und  die  niederländische
Tricolore  rauscht  da  im  Luftstrom.  Nirgends  ist  der  Strand  so
sanft,  so  einladend,  so  vortrefflich  für  ein  Seebad  geeignet  als
in  Scheveningen.  Die  frische  Seeluft,  das  kräftige  Salzwasser

(!)  Vergl.  Wild,  „Die  Niederlande,“  Leipzig  1862.  Ein  interessantes
Werk,  gediegen  und  farbenreich  geschrieben.

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Müller,  Känig  Marx  11.  14