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verfehlten  ihre  gute  Wirkung  auf  die  Körperbeschaffenheit  des
Rönigs  nicht.  Oft  saß  er  sinnend  auf  der  Terrasse  und  blickte
hinans  auf  die  Meereseinsamkeit  und  verfolgte  die  Wogen,  wie
sie  anstürzten  gegen  den  breiten  Strand  und  wieder  zurückprallten
im  ewigen  Wechsel.  Am  Strande  aber  zappelte  das  Krebsvolk
in  hülfloser  Plumpheit  und  die  ausgeworfenen  ungestalteten  Quallen
verendeten  regungslos  auf  dem  Sande  —  ein  Sinnbild  vom
Ocean  des  Lebens.

Da  das  Wetter  gut  war  und  die  holländischen  Straßen
die  schönsten  und  reinlichsten  der  Welt  sind  —  denn  sie  sind
im  Ofen  gebacken,  d.  h.  mit  Ziegelsteinen  gepflastert  —  machte
er  häufige  Ausflüge  in  die  Umgebung,  besonders  nach  dem  holländischen
  Versailles,  der  Hauptstadt  Haag.  Von  Scheveningen
führt  zwischen  den  dürren  Dünen  durch  die  schönste  Säulenhalle
von  Bäumen  eine  zweihundert  Fuß  breite  Allee  oder  vielmehr
ein  Waldstreifen  von  hohen  Ulmen,  Eichen  und  Linden,  wo  es
wimmelt  an  Sonntagen  von  Haager  Bürgern,  die  da  gravitätisch
ihre  „Wandeling“  halten,  ihre  geputzte  „Hälfte“  am  Arme
führend.  Freundlichst  ward  er  vom  König  Wilhelm  III.  aufgenommen
  und  speiste  öfter  an  dessen  Tafel.  Mit  Interesse
besichtigte  er  den  an  großen  geschichtlichen  Erinnerungen  reichen
Binnenhof,  ein  Complex  von  Gebäuden.  Keine  großartige  Architektur
  fesselt  daran  das  Auge  des  oberflächlichen  Beschauers,
aber  interessant  ist  das  Gesicht  des  Binnenhofs  mit  seinen  Höfen,
Thürmen,  Gallerien,  Gängen,  Erkern  und  Winkeln,  das  Ganze
fesungsartig  von  Gräben  gegürtet.  In  seinen  Räumen  wuchs
die  Statthalterschaft,  aus  dieser  das  erbliche  Königthum  hervor.
Da  ist  der  gothische  ehrwürdige  Rittersaal,  vor  welchem  des
Landes  Advokat,  der  greise  Oldenbarneveld  wie  ein  Römer  auf
dem  Schaffot  gestorben  —  als  erstes  Opfer  des  nach  monarchischer
Gewalt  strebenden  Oraniers  Moritz.  Und  jener  Thorthurm,
dem  häßliche  Risse  das  Gesicht  wie  Runzeln  furchen  und  dem