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ist.  Jedes  Attentat  auf  die  Freiheit  deckte  sich  mit  diesem
Schilde.  So  ward  es  denn  auch  anderseits  zum  Stichwort  der
Unterdrückung  und  des  Hasses  der  Unterdrückten  und,  statt  den
Monarchismus  zu  stärken,  wie  es  doch  gemeint  war,  hat  das
übel  verstandene  monarchische  Prinzip  das  monarchische  Prinzip
selbst  untergraben.  „Unrecht  schlägt  den  eigenen  Herrn,“  würde
Sancho  Pansa  repliziren.

Auch  König  Max  II.  ist  den  demokratischen  Ideen  entgegen
getreten.  Allein  dies  geschah  niemals  in  der  egoistischen
Absicht,  diese  Ideen  zu  bekämpfen,  weil  sie  bei  allenfallsigem
Erfolge  ihm  den  Thron  umstürzen  könnten,  sondern  immer  vorwiegend
  darum,  weil  er  diese  Ideen  für  falsch  hielt,  auf
unrichtigen  Voraussetzungen  aufgestellt.  So  oft  er  daher  Veranlassung
  nahm,  sich  mit  Männern  der  Wissenschaft  über  diesen
Gegenstand  zu  besprechen  —  und  in  den  ersten  Jahren  seiner
Regierung  geschah  das  häufig  —  so  that  er  es  nie  ohne  die
Verwerflichkeit  jener  Ideen  wissenschaftlich  zu  begründen  und  sie
vom  Standpunkte  des  sittlichen  und  materiellen  Wohles  aus  zu
verurtheilen.  Gerne  hörte  er  es,  wenn  der  ihm  gegenüber
Stehende  seine  Ansichten  ausführlich  erörterte.  Er  machte  dagegen
meist  nur  kurze  aber  schwerwiegende  Bemerkungen;  brach  jedoch
die  Erörterung  kurz  ab,  wenn  Ideen  entwickelt  wurden,  die  für
ihn  weder  den  Reiz  der  Neuheit  noch  die  Anziehungskraft  der
Wahrheit  besaßen.

Man  hat  es  dem  König  oft  verargt,  daß  er  nicht  milder
gegen  politische  Vergehen  gesinnt  und  namentlich  nicht  geneigt
war,  den  wegen  solcher  Vergehen  Verurtheilten  volle  Gnade  zu
gewähren.  Der  Grund  davon  liegt  nicht  im  Herzen  des  Königs,
aber  im  Urtheile  über  sich  selbst.  Der  König  besaß  ein  umfangreiches
  in  die  Tiefe  gehendes  Wissen,  nicht  die  landläufigen  oben
abgeschöpften  Fürsten-Kenntuisse,  wenn  auch  in  seiner  wissenschaftlichen
  Gesammtbildung  Lücken  vorhanden  waren  —  die

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