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Ein  Zug  ist  recht  geeignet,  den  Menschen  in  dem  König
Max  II.  zu  charakterisiren.  Einige  Vertrauenspersonen  hatten
ihm  gesagt,  daß  in  den  Abendunterhaltungen  viele  Gäste  die
Zungen  besser  rühren  würden,  wenn  sie  Cigarren  darauf  hätten.
Der  König  rauchte  sonst  nicht  und  war  äußerst  empfindlich  gegen
Tabaksgeruch  wegen  seines  Nervenleidens.  Dennoch  ließ  er  nun
Cigarren  aufstellen,  ganz  leichte  für  sich,  stärkere  für  die  Gäste.
Er  zündete  sich  dann  in  den  Abendversammlungen  immer  zuerst
eine  an,  die  Gäste  einladend,  seinem  Beispiel  zu  folgen.  Nach
ein  paar  kurzen  Zügen  legte  er  seine  Cigarre  freilich  wieder
weg,  aber  die  Gäste  konnten  doch  fortrauchen.  Es  war  kein
kleines  Opfer,  das  er  so  persönlich  brachte.  Indessen,  diese
Abendversammlungen  wurden  seltener,  seitdem  der  König  durch
den  Undank  des  Professors  v.  Sybel  tief  gekränkt  worden  war.
Geschweige.  daß  man  ihm  hatte  glauben  machen  wollen,  das  Volk
sei  über  diese  Gesellschaften  beunruhigt.

Die  Personen  seiner  dienstlichen  Umgebung  wählte  er
nach  gewissen  Vorzügen,  die  ihnen  eigenthümlich  waren,  in  der
Absicht,  seine  wissenschaftliche  Bildung  auf  jede  Weise  zu  vervollkommnen.
  So  den  General  v.  Spruner  wegen  seiner  geographischen
  und  statistischen  Kenntnisse,  den  Grafen  v.  Ricciardelli
wegen  des  Italienischen  und  der  Jagd,  den  Baron  von  Cetto,
Sohn  des  bayrischen  Gesandten  in  London,  wegen  des  Englischen.
Schon  als  Kronprinz  ward  der  König  oft  in  den  Zirkeln  von
Cetto's  Mutter  gesehen.

Mit  der  Zeit  war  er  geizig.  Sie  galt  ihm  als  eines  der
höchsten  Güter.  Ordnung  war  die  Seele  seines  Thuns.  Am

an  der  Seite,  vor  allen  Professoren  und  Studirenden  eine  feierliche  Disputatign
  über  das  Thema  anstellen  lassen:  „Gelehrte  sind  Salbader  und
Narren?"  Und  als  der  berühmte  Direktor  dieser  Universität,  Johann  Jakob
Moser,  sich  weigerte,  dem  Wachtstubenscherze  beizuwohnen,  hat  ihn  der
Preußen  König  durch  einen  Unteroffizier  herbei  holen  lassen.

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Müller,  Konig  Max  II.  10