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frühen  Morgen  schon  entwarf  er  sich  seine  Tagesordnung,  um
fest  daran  zu  halten.  Darum  forderte  er  aber  Ordnung  und
Pünktlichkeit  und  war  nicht  geneigt,  Nachsicht  zu  üben.  Allein
gerade  das  ängstliche  Festhalten  an  dem  Stundenplan  brachte
ihm  Störung  und  Unruhe,  wenn  ein  Zwischenfall  eintrat,  der
nicht  in  dem  Plan  vorgesehen  war.

Jeden  Tag,  Sommer  wie  Winter,  auf  der  Reise  und  am
Hoflager,  stand  der  König  zwischen  fünf  und  halb  sechs  Uhr
auf.  Die  Leute  vom  Kammerdienst  mußten  um  fünf  Uhr  versammelt
  sein.  Dreiviertelstunden  waren  dem  Ankleiden,  Kaltwaschen
  und  Frühstück  gewidmet.  Der  König  frühstückte  eine
Tasse  Kaffee  und  eine  gewöhnliche  Mundsemmel,  seltener  noch
etwas  mürbes  Brod.  Nach  dem  Frühstück  arbeitete  er  mit
seinem  Sekretär,  Hofrath  v.  Pfistermeister,  in  Staatssachen  bis
halb  zehn  Uhr  Vormittags.  Dann  Spaziergang,  fünf  Viertelstunden
  lang,  Sommer  wie  Winter;  in  München  im  englischen
Garten.  Nachdem  er  hierauf  zu  Hause  eine  Viertelstunde  ausgeruht,
  arbeitete  er  wieder  mit  seinem  Sekretär  oder  auch  mit
einem  Minister  bis  zwölf  Uhr  Mittags.  Dann  nahm  er  ein
Gabelfrühstück  bei  der  Königin,  wobei  auch  die  Prinzen,  seine
Kinder,  anwesend  waren.  Das  Gabelfrühstück  bestand  aus  zwei
bis  drei  weichen  Eiern  nebst  gebratenem  Fleisch  und  dauerte  eine
Viertelstunde.  Wenn  er  trank,  so  war  es  ein  Glas  Bordeaux.
Früher  hatte  er  Erdbeeren,  Milch  u.  s.  w.  genommen,  aber  bei
Eiern  und  Fleisch  befand  er  sich  besser.  Nach  dem  Gabelfrühstück
  machte  er  im  Freien  Bewegung  bis  längstens  zwei  Uhr
Nachmittag,  zu  Wagen,  zu  Pferde  oder  zu  Fuß.  Dann  wieder
halbstündige  Ruhe  und  Arbeit  in  Staatsgeschäften  bis  halb  vier
Uhr,  worauf  eine  halbe  Stunde  zu  Audienzen  verwendet  wurde.
Um  vier  Uhr  war  Tafel,  in  der  Regel  von  sieben  Speisen.
Der  König  aß  reichlich  und  trank  etwas  Bordeaux.  Auch  wurde
stets  Bier  servirt,  gleich  nach  der  Suppe,  selbst  den  Damen.