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Ergänzung.  Im  obersten  Stock  des  Königsbau's  befindet  sich
in  der  südöstlichen  Ecke  desselben  das  Gemach.  Es  ist  groß,
hat  drei  Fenster,  von  denen  eines  aus  den  Max-Josephs-Platz
  geht.  Ehrfurchtsvolle  Schauer  wehen  von  den  Wänden
nieder  auf  den  Ein'retenden,  dessen  Blick  zuerst  von  einem  großen
Oel-Gemälde:  „die  Verklärung  eines  guten  Königs“  lange
angezogen  wird.  Aus  dem  Grabe  erstanden  schwebt  ein  Fürst,
angethan  mit  einem  dem  St.  Hubertus-Ritterorden  ähnelnden
aber  idealisirten  Gewande  zum  Himmel  empor.  Unten  am
Grabe  kanern  die  sieben  Todsünden  in  mehreren  Gruppen,
während  den  aufschwebenden  Fürsten  die  sieben  Werke  der  Barmherzigkeit,
  als  Jungfrauen  personificirt,  umgeben.  Engel  reichen
ihm  die  Hände  und  oben  im  Himmelreiche  wird  er  von  dem
Weltheiland  empfangen.!)  Von  der  Zimmerdecke  hängt  eine
schöne  Lampe  herab.  Ein  Betschemel  steht  vor  einem  Crucifr.

Noch  sieben  Gemälde,  die  Regententugenden  darstellend
und  durch  bayrische  Fürsten  personificirt,  füllen  die  Friese  des
Gemachs  aus.  Der  Plafond  ist  ein  Prachtstück.  Die  Wände
sind  mit  Mahagoni=  und  Citronenholz  getäfelt  und  an  ihnen  sind
auf  Gesimsen  die  Bronzebüsten  großer  Männer  aller  Zeilen
aufgestellt.  Republikaner  sind  da  und  Selbstherrscher,  Eroberer
und  Dichter,  Staatsmänner  und  Welt-Weise.  Nämlich  Homeros,
Platon,  Perikles,  Alexander  von  Macedonien,  Marcus  Anrelius,
  Karl  der  Große,  Alfred  der  Große,  Ludwig  der  Heilige,
Heinrich  IV.,  Ludwig  der  Bayer,  Peter  der  Große,  der  Mediceer
  Cosmus  I.  (oder  vielleicht  Cosimo?),  Washington,  Elisabeth
  von  England,  Kurfürst  Maximilian  I.,  Prinz  Engenius,
Karl  XII.,  Wellington,  Pitt,  Schiller,  Göthe,  Napoleon  I.  und
Schelling.  Bei  jeder  Büste  liegt  die  Lebensgeschichte  des

1)  Das  Gemälde  ist  von  Wilhelm  Kaulbach  erdacht,  von  seinem  Nessen
Friedrich  in  Oel  gemalt.

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