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Abgebildeten  auf  dem  Simse.  An  den  Wänden  aber  sind  Sprüche
der  Weisen  oder  Stellen  aus  den  Schriften  der  abgebildeten
großen  Männer  oder  auch  aus  der  Bibel  zu  lesen.  Die  Buchstaben
  sind  aus  Palisanderholz  geschnitten  und  in  das  Getäfel
eingesetzt.  Alles  ist  da  gediegen,  edel,  einfach.  Die  besten
Meister  haben  die  Bilder  gemalt  und  die  Büsten  modellirt,
welche  der  Erzgießerei-Inspektor  von  Miller  in  Erz  gegossen
hat.  Noch  in  seinen  letzten  Lebenstagen  hat  hier  der  König  sich
inmitten  der  Aristokraten  des  Menschen-Geschlechtes  die  Kraft
geholt,  der  schleswig  holsteinischen,  der  deutschen  Sache  ein  Vorkämpfer
  zu  sein.

Nicht  ohne  Emfluß  war  sein  Nervenleiden  auf  die  Vervollkommnung
  seines  Gemüthslebens.  Die  Panacee  der  Mühseligen
  und  Beladenen  ist  von  jeher  der  Trost  des  Evangeliums
gewesen.  Je  mehr  körperlicher  Schmerz  ihn  irdischen  Freuden
entrückte,  desto  mehr  wendete  er  den  Geist  dem  Ueberirdischen
zu.  Die  Leiden  läuterten  ihn,  nahmen  die  irdischen  Schlacken
der  Leidenschaften  von  seinem  Geisie  hinweg,  bis  nur  lauteres
Gold  blieb.  Er  litt  ohne  zu  murren  und  war  meistens  heiter.
Ja  seine  Heiterkeit  nahm  in  den  letzten  Lebensjahren  stets  zu.

Jeden  Sonn=  und  Feiertag  hörte  er  die  heilige  Messe.
Auch  auf  Reisen,  selbst  auf  Jagdpartien  in  öden  Gebirgsgegenden
  sorgte  er,  daß  ihm  und  seinem  Gefolge  der  sonntägliche
Gottesdienst  nicht  sehlte.  Er  war  duldsam  gegen  jedes  Glaubeusbekenntniß
  und  hielt  den  Religionsfrieden  mit  starker  Hand
aufrecht.  Er  selbst  aber  war  Katholik,  strenger  Katholik  in
Worten  und  Werlen.  Sein  Glanbensbekenntniß  hat  er  nie  als
Fahne  einer  Parteisache  ausgehängt.  Es  war  ihm  die  innigste
Privat-Angelegenheit  zwischen  seinem  Gott  und  seinem  Gewissen.

War  er  auf  dem  Lande,  so  besuchte  er  die  nächste  beste
Dorfkirche.  Und  oft  lnicte  er  in  dem  engen  dunstigen  Raum,
unbekümmert  um  das  Widerstreben  seiner  feinen  Geruchsorgane,

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