eilte  er  in  den  Wittelsbacher  Palast  und  fand  bei  der  todten
Mutter  einen  trostlosen  Vater.

Am  25.  Mai  1862  verlor  er  auch  die  liebste  Schwester,
während  er  gleichfalls  auf  der  Reise  war.  Der  Tod  riß  ihm
die  schönsten  Blätter  aus  dem  Kranze  seiner  Lieben.

Mit  unwandelbarer  Dankbarkeit  hing  Max  II.  an  ehemaligen
  Lehrern  und  alten  treuen  Dienern.  So  setzte  er  der
„treuen  Pflegerin  seiner  Kindheit,“  Antonie  von  Täuffenbach,
und  seinem  Leibarzt,  Jakob  v.  Distelbrunner,  schöne  Grabmäler
auf  dem  Münchner  Friedhof.  Und  dem  Sohne  Distelbrunners,
einem  Offizier,  erleichterte  er  durch  eine  Geld-Zulage  die  Verheirathung.
  Seinem  Erzieher,  dem  Freiherrn  von  Hohenhausen,
sendete  er  unter  andern  am  28.  November  1852  folgendcs
Handschreiben,  das  ebenso  sehr  dem  König  als  dem  General
zur  Ehre  gereicht:

„Es  ist  heute  beim  Antritt  eines  neuen  Lebensjahres  meine
erste  Regierungshandlung,  daß  ich  Sie  unter  freundlicher
Crinnerung  daran,  daß  Sie  einer  meiner  Erzieher  gewesen,
hiermit  zum  Oberstinhaber  meines  siebenten  Infanterie-Regiments
  (bisher  Karl  Pappenheim)  ernenne  —  Sie  zugleich
meiner  besondern  Werthschätzung  versichernd  als

Ihr  wolgewogener
König  Mar.“

Seinem  Lehrer  Schelling  ließ  er  in  der  Maximiliansstraße
in  München  ein  ehernes  Standbild  setzen  mit  der  Jnschrift  auf
der  Vorderseite:

„Schelling,  der  große  Philosoph;“  auf  der
Rückseite:  „Errichtet  von  seinem  dankbaren  Schüler
Maximilian  II.  König  von  Bayern.“

An  des  Königs  fünfzigjährigem  Geburtsfeste  ist  das  Denkmal
enthüllt  worden.  Am  andern  Morgen  (29.  November  1861)
ward  er,  in  tiefem  Sinnen  verloren,  vor  der  Statue  gesehen.

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