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Als  der  König  die  Regierung  antrat,  war  für  Alpenwege
und  Birchsteige  sehr  wenig  gethan  worden.  Auch  Zägerhütten
waren  selten.  Sennhütten  und  die  kleinen  Heustädel  dienten
zum  Nachtquartier.  König  Max  II.  änderte  dies.  Kaum  fahrbare
  Wege  wurden  zu  guten  Straßen  gemacht,  Reitwege
angelegt  und  Steige  nach  den  Jagdständen.  Da  wurden
viele  Leute  aus  armen  Thälern  beschäftigt.  Viel  Geld  wurde
verdient  und  viele  Schönheiten  des  Gebirges  sind  dadurch  erst
aufgeschlossen  worden.  Die  Anlagen  geschahen  immer  mit  dem
feinen  Geschmack,  welcher  dem  König  eigen  war.  Auch  wurden
die  im  Jahre  1818  sehr  zerrütteten  Jagdverhältnisse  geordnet
und  allmählig  überließen  alle  Gemeinden  dem  König  ihre
Jagdrechte.

Eigens  muß  doch  die  Straße  genannt  werden,  welche  er
theilweise  auf  österreichischem  Gebiete  mit  großen  Kosten  herstellen
und  unterhalten  ließ.  Sie  geht  von  Ettal  aus  durch  das  Graswanger
  Thal  an  den  Plansee  und  nach  Reutte.!)  Am  Plansee,
  da  wo  Kaiser  Ludwig  der  Baier  oft  ausruhte  von  den
Mühsalen  seines  Lebens,  hat  König  Max  seinem  großen  Ahn
ein  symbolisches  Monument  gesetzt.  Er  ließ  den  klaren  Bergquell
in  einen  schönen  Brunnen  von  Granit  auffangen,  woran  es  auf
marmorner  Tafel  heißt:  Ludwig  dem  Bayer,  errichtet  von
Maximilian  II.

König  Max  war  ein  vortrefflicher  Schütze  und  liebte  die
freie  Jagd.  In  den  letzteren  Jahren  war  er  etwas  behutsam
beim  Bergsteigen,  weil  er  Anwandlungen  von  Schwindel  hatte.
Aber  früher,  wo  er  ganz  schwindelfrei  war,  ging  er  an  den
jähesten  Abhängen  hin  und  kletterte,  namentlich  als  Kronprinz,
mit  Steigeisen  an  den  Füßen,  wie  der  verwegenste  Jäger.  Die

()  Darum  hat  der  Posthalter  von  Reutte  auch  tausend  Gulden  zum  Denkmal
  beigesteuert,  das  von  dem  Volke  dem  König  Max  II.  errichtet  werden  soll.

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Müller,  König  Max  II.  17