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So  erzählt  St  Rend  Taillandier  in  der  Pariser  Rerne  de
deux  Nondes,  im  Jahre  1856.  Es  ist  wahr,  was  der  Franzose
  sagt,  aber  er  hätte  beifügen  können,  daß  der  bayrische  König
die  Achtung  Europa's,  ja  der  civilisirten  Welt  errungen  hat.)

Wir  wissen,  der  König  zog  einen  Kreis  von  Gelehrten,
Dichtern,  Künstlern  um  sich.  Er  hatte  das  Bedürfniß  im  Umgang
  mit  geistreichen  Männern  seinen  Geist  aufzufrischen  und
seine  wissenschaftliche  Bildung  zu  vervollständigen.  Er  besaß
einen  tüchtigen  Stock  Kenntnisse.  Die  Haupt-Sprachen  der  civilisirten
  Welt  verstand  er.  Mit  Eleganz  sprach  er  französisch.  Aber
mit  wahrem  Wissensdurste  ergab  er  sich  der  Philosophie.  Das
überirdische  Reich  des  Geistes  —  das  waren  die  Regionen,  in
denen  er  am  liebsten  weilte.  Die  höchsten  Fragen  der  Philosophie
  und  Theologie,  die  hörte  er  am  liebsten  erörtern.  Viele,
viele  Abendstunden  widmete  er  diesen  Themen  im  Gespräche  mit
Dr.  Julins  Hamberger.)

Es  war  gegen  Ende  des  Jahres  1849,  als  Hamberger
zum  erstenmale  zu  einer  abendlichen  Besprechung  mit  dem  König
eingeladen  wurde.  In  Folge  davon  erhielt  er  den  Auftrag,  eine
Erörterung  der  Schelling'schen  Potenzenlehre  auszuarbeiten,  welche
im  Jahre  1863  in  Hamberger's  Werk  „Christenthum  und  moderne
Cultur"  veröffentlicht  worden  ist.  Diese  Arbeit  diente  sodann
(Frühjahr  1850)  als  Grundlage  der  philosophischen  Abend-Besprechungen,
  welche  nicht  selten  bis  tief  in  die  Nacht  hinein  dauerten.

!)  Sogar  der  „Beherrscher  der  Gläubigen,“  der  türkische  Sultan,
bezeugte  dem  König  Max  ll.  seine  Hochachtung,  indem  er  ihm  am  1¼.  März
1850  durch  den  Fürsten  Kallimaki  den  Medschidicorden  nebst  einem  Handschreiben
  überreichen  ließ.

:)  Nicht  ohne  zarte  Bedentung  vermachte  der  König  dem  Professor
Hamberger  ein  Alabaster  Stodlührchen  und  eine  silberne  Medaille  auf  Schelling,
ihres  beiderseitigen  Lehrers,  zum  Andenken;  wie  denn  auch  der  General  der
Cavallerie,  Freiherr  von  Hohenhausen,  der  sich  unter  Napolcon  seine  goldenen
Sporen  verdient  hat,  eine  in  Bronze  ausgeführte  Reiterstatuc  Napolcous
erhielt,  welche  der  König  aus  Paris  mitgebracht  hatte.

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