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Die  Abendstunden  an  sich  schon  stimmen  das  Gemüth
ernster,  feierlicher,  poctischer.  Es  ist,  als  ob  wir  uns  in  den
Scheidestunden  des  Tages  mit  seiner  brutalen  Prosa  der  Geisterwelt
  näher  fühlten.  Jener  Welt,  wo  es  keine  Thränen  gibt
und  kein  Schmerz.  In  solchen  Stunden  ward  der  König  so
sehr  von  der  Erhabenheit  des  Unterhaltungsstoffes  geistig  ergriffen,
daß  er  manchmal  wie  verkärt  erschien.

Und  hinter  ihm  im  wesenlosen  Scheine
Lag,  was  uns  alle  bändigt,  das  Gemeine.

Theilweise  während  der  Sommermonate  in  Kissingen  und
im  Dezember  1856,  sowie  im  Anfange  des  Jahres  1857  in
München  wurden  die  philosophischen  Erörterungen  der  Art  fortgesetzt,
  daß  Hamberger  dem  Könige  zusammenhängende  Vorträge
über  Religionsphilosophie  zu  halten  versprach.  Gründeten  sich
diese  gleich  wohl  auf  Schelling's  Prinzipien,  so  verhehlte  doch
Hamberger  dem  König  nicht,  die  Lehre  Schelling's  disharmonire
in  gewissen  Punkten  mit  der  Lehre  des  Weltheilands.  Groß,
sehr  groß  war  allerdings  die  Pietät  des  Königs  für  seinen  einstigen
  Lehrer;  größer  noch  sein  Drang  nach  Wahrheit.  Darum
hat  er  freundlich  die  Andentung  aufgenommen,  wie  nirgends
anders  als  aus  Franz  Baaders  Philosophie  die  zur  Lösung  des
Widerspruchs  zwischen  den  Sätzen  Schelling's  und  der  Lehre  des
Christenthums  nöthigen  Modifikationen  geschöpft  werden  können.

Außer  diesen  systematischen  Erörterungen  liebte  es  der
König,  sich  über  wichtige  Momente  der  Religionsphilosophie  in
besondern  Audienzen  mit  Hamberger  zu  besprechen  und  ihn  zu
verschiedenen  Abhandlungen  zu  veranlassen,  von  denen  einige  in
dem  schon  erwähnten  Werke:  „Christenthum  und  moderne  Kultur“
niedergelegt  sind.)

!)  Namentlich  über  „Schellings  Verdienste  um  die  Philosophie  und
Franz  Baader;“"  über  „Gottesliebe  als  das  Motiv  der  Schöpfung  und  des