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der  Medicin  zu  Gute  kommen  würden.  Ferner  könnten  Rechtswissenschaft
  und  Theologie  um  so  eher  einer  besondern  Unterstützung
  seinerseits  entbehren,  als  jo  an  der  Pflege  der  ersteren
der  Staat  selbst  das  höchste  Interesse  habe  und  auch  die  Staatsmittel
  dafür  vollkommen  ausreichten,  während  dagegen  die  Theologie
nur  in  vollkommener  Unabhängigkeit  und  allein  rein  religiösen
Antrieben  folgend,  nur  von  religiösen  Beweggründen  geleitet,
an  ihrer  großen  Aufgabe,  die  da  ist  Lösung  des  religiösen  Zwiespaltes,
  mit  einiger  Hoffnung  des  Erfolges  arbeiten  könne.  Da
er  gleichfalls  wußte,  daß  die  Philosophie  stets  nur  freiwillig  sich
entwickelt  habe,  genährt  von  einer  geistigen  Strömung  im  Leben
der  Völker,  eine  Strömung,  die  von  keiner  Macht  der  Erde
künstlich  hervorgerufen  werden  kann,  darum  begnügte  er  sich,  das
Erscheinen  von  Gesammtausgaben  der  Werke  deutscher  Denker
mit  ansehnlichen  Summen  zu  unterstützen.)

Die  Geschichte  war  der  Geistesrichtung  des  Königs  am
meisten  verwandt.  Aber  wie  der  gelehrte  Stiftspropst  Dr.  Döllinger
  erörtert,  fußend  auf  Mittheilungen  aus  dem  Munde  des
Königs,  kam  noch  ein  verborgeneres  Motiv  hinzu.

Als  ein  aufrichtig  gläubiger  Christ  war  Max  II.  von  der
bleibenden  Zukunft  des  Christenthums  überzeugt.  Darum  konnte
er  sich  nicht  denken,  daß  der  große  Riß,  welcher  die  christlichen
Confessionen  in  feindliche  Parteien  sondert,  für  alle  Zeiten  klaffen
würde.  Die  Spaltung  —  meinte  er  —  habe  unter  göttlicher
Zulassung  ihre  Zeit  gehabt  und  zu  höheren  Zwecken  dienen
müssen.  Nun  aber  nahe  der  Tag  der  Versöhnung  für  die
christlichen  Nationen.  Denn  wenn  einmal  die  großen  Kirchenkörper
  des  Abendlandes  versöhnt  seien  und  nun  mit  vereinigter
geistiger  Kraft  auf  die  griechisch  russische  Kirche  einzvirkten,  dann
werde  diese  dem  übermächtig  gewordenen  magnetischen  Zuge

1)  Dollinger,  König  Maximilian  II.  und  die  Wissenschaft,  München  1864.