Wie
Au.

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Offenbarung  von  vornherein  unbedingt  fest:  bei  der  Tiefe  seines
Geistes  und  seines  Gemüthes  fühlte  und  erkannte  er  wohl,  daß
wahrhafte  Befriedigung  nirgends  anders,  als  nur  im  Wort  des
Lebens  zu  finden  sei.  Nun  befand  er  sich  aber  auch  einerseits
im  Besitz  einer  reichen  Fülle  von  Erkenntnissen,  wie  selbe  die
menschliche  Wissenschaft  im  Laufe  der  Zeit  errungen,  und  deren
die  früheren  Jahrhunderte  noch  entbehrt  hatten,  und  andrerseits
war  ihm  unvertilglich  das  Bedürfniß  nach  Einheit  in  all  seinem
Denken  und  Vorstellen  eigen.  Sein  geistiges  Wesen  war  viel
zu  tief  angelegt  und  sein  Gemüthsleben  viel  zu  innig,  als  daß
er  sich  darauf  hätte  einlassen  mögen,  geistliche  und  weltliche
Wissenschaft  als  völlig  getrennte  Gebiete  auseinander  zu  halten,
bald  in  dem  einen,  bald  in  dem  andern  sich  zu  bewegen,  ohne
sie  in  ihrer  wesentlichen,  durchgreifenden  Beziehung  zu  einander
zu  erfassen.  Die  Kluft,  welche  sich  allmählig  zwischen  beiden
gebildet  hat  und  die  in  unsern  Tagen  eine  in  der  That  er—
schreckend  weite  und  tiefe  geworden  ist,  wünschte  er  möglichst
ausgefüllt  und  eine  Harmonie  zwischen  der  einen  und  der  andern
  Erkenntnißsphäre  wenigstens  angebahnt  zu  sehen.  Er
freute  sich  des  einfachen  kindlichen  Glaubens,  wo  er  ihn  gewahr
wurde,  von  ganzem  Herzen,  doch  sah  er  auch  sehr  wohl  ein,
daß  dieser  mit  der  fortschreitenden  geistigen  Cultur  immer  mehr
entschwinden  würde,  wenn  nicht  die  Ergebnisse  der  wissenschaftlichen
  Forschungen  der  Neuzeit  in  das  Licht  gleichsam  der  göttlichen
  Wahrheit  hineingezogen,  in  sie  aufgenommen  werden  und
hiemit  eben  diese  letztere  in  um  so  hellerem  Glanze  wieder  aufleuchten
  sollte.  Die  Lösung  dieser  großen  Aufgabe  konnte  er
nun  aber  freilich  nur  von  der  Philosophie  in  jener  Richtung
erwarten,  welche  ihr  Schelling  und  andere  große  Geister

der  in  dem  Aufsatze:  „König  Maximilian  II.  Liebe  zur  Wissenschaft“  das
erste  Blatt  zur  Lebensgeschichte  des  seligen  Königs  geliefert  hat.