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knüpft  sich  nicht  an  so  einen  Baumgreis!  Die  Volkssagen
selbst  wurden  gesammelt  und  geschichtlich  merkwürdige  Plätze,
Häuser  u.  s.  w.  mit  steinernen  Denktafeln  bezeichnet.  Die  Abhaltung
  von  Festaufzügen  zur  Erinnerung  an  geschichtliche  Ereignisse
  wurde  sehr  begünstigt.!)  Der  König  setzte  Preise  aus
für  treffliche  kleine  Abhandlungen  über  das  wirthschaftliche  und
sociale  Volksleben,  über  Volkssitten  und  Volksmedizin  innerhalb
eines  Kreises  oder  Verwaltungsbezirkes.  Wir  resumiren:  die
nationale  Geschichte  sollte  volksthümlich  werden.  Was  einst  die
Freude,  die  Größe,  den  Ruhm  der  Ahnen  ausgemacht,  sollte  sich
von  Mund  zu  Munde,  von  Geschlecht  zu  Geschlecht  forterzählen,
auf  daß  die  Monumente  der  Nachkommen  keine  unverständlichen
Hieroglyphen  der  Vorzeit  wären.

Noch  in  seinem  Testamente  bestimmte  der  König  zweimalhundertfünfzigtausend
  Gulden  für  wissenschaftliche  Zwecke.

An  seinem  Geburtstage  1858  hatte  er  der  Münchner-Universität
  einen  kunstreich  in  Silber  getriebenen  Pokal  als
Ehrengabe  geschenkt.  Die  Schankungsurkunde  hat  die  Schlußstelle:

„Und  wenn  bei  festlichen  Anlässen  nach  alter
deutscher  Art  dieser  Ehrenbecher  in  der  Versammlung
  der  Mitglieder  Unserer  getreuen  Universität
kreiset,  so  mögen  sie  dabei  Unserer  gedenken  und
sich  der  redlichen  Sorgfalt  erinnern  mit  der  Wir
auf  Gottes  Hülfe  bauend  das  geistige  Leben  Unsers
wackern  Volkes  nach  Kräften  zu  fördern  suchten.“

Die  Guten  sterben  nicht.

1)  Hieher  zählt  der  großartige  Festzug,  den  München  am  27.  Sepkember
1  58  zur  Feier  seines  siebenhundertjährigen  Bestehens  veranstaltete.  Die  wictigsten
  Momente  aus  der  Zeit  vom  zwölften  Jahrhundert  bis  auf  unsere  Tage
wurden  dargestellt.  Es  war  ein  Kulturbild  Münchens.  Am  andern  Tage
wohnte  der  König  einer  Todtenfeier  zum  Andenken  der  am  Kirchhofe  in  Sendling

  in  der  Mordweihnacht  von  1705  gefallenen  oberländischen  Bauern  bei.
Er  kniete  betend  an  dem  großen  Grabe,  das  ihre  Gebeine  enthält.

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