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schon  lange  gehegten  Lieblingsgedanken  zu  verwirklichen.  Er
beschloß  nämlich,  die  Hauptmomente  der  Weltgeschichte  in
einer  Reihe  von  Oelgemälden  darstellen  zu  lassen,  und  machte
1850  die  ersten  Bestellungen  für  diese  „historische  Gallerie,“
die  ein  deutsches  Werk  werden  sollte  der  Idee  und  Ausführung
nach,  auch  wenn  Ausländer  daran  mitarbeiteten.  Die  historische
Gallerie  Max  II.  bezweckte  sowohl  Bildung  des  Volkes  durch
Popularisirung  der  Geschichte  als  auch  Ausbildung  der  Kunst
selbst  in  einer  bisher  noch  zu  wenig  begünstigten  Richtung.  Neben
Schönheit  der  historischen  Bilder,  als  erster  Regel,  kam  die
Wahrheit  als  nächstes  Erforderniß  in  Betracht.  Daher  mußten  die
Kostüme,  Wassen  und  Ausstattungen  aus  der  Zeit  der  historischen
Personen  genau  festgehalten  werden.  Damit  sich  die  RKünstler
streug  an  den  historischen  Gedanken  hielten,  wurbe  ihnen  dieser
in  einer  Zeichnungs-Skizze  gegeben.  Die  größten  Bilder  sollten
nicht  über  zwölf  Fuß,  die  kleinsten  nicht  unter  sechs  Fuß  lang
sein  bei  entsprechender  Breite.  Mit  Bestellungen  wurden  junge,
aufstrebende  Talente  besonders  berücksichtigt.

Um  die  Geschichte  als  Erzieherin  zu  gebrauchen,  gründete
der  König  ein  Nationalmuseum.  Seine  ausführende  Hand  —
keine  bessere  hätte  es  geben  können  —  war  Freiherr  v.  Aretin.  Da
aber  aller  Unterricht  —  soll  er  befruchten  —  bei  dem  zunächst
Liegenden  beginnen  muß,  denn  wir  verstehen  nur  ganz,  was  uns
verwandt  ist,  so  sollte  das  bayrische  Nationalmuseum  hauptsächlich
von  der  vaterländischen  Kulturentwicklung  ein  anschauliches  Bild
geben.  Darum  ist  es  eine  Sammlung  von  künstlerischen  und
gewerblichen  Erzeungnissen  von  den  ältesten  Zeiten  an  bis  herauf
zu  unsern  Tagen:  Waffen,  geschnitzte  Schreine,  Gefäße,  Bücher,
Handschriften,  gewirkte  Tapeten,  Grabmäler,  Glasgemälde,
Wappenschilde,  Bildwerke  in  Stein  und  Holz,  Holzschnitzereien
u.  s.  w.  „Wer  immer  Bayerns,  ja  Deutschlands  frühere  Sitte,
Kultur  und  Kunstthätigkeit  in  dem  Jahrtausend  von  der  Caro-#

