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heimische  Boden  ihr  ertheilt,  mußte  er  natürlich  den  abgetretenen
Weg  der  Nachahmung  verlassen,  mußte  darauf  verzichten,  alt—
griechische  Bauformen  nach  Altbayern  zu  verpflanzen.  Denn  die
Hellenen  bauten  mit  Marmor,  mit  dem  bildsamsten  Material
unter  einem  Frühlingshimmel,  und  in  München  stehen  ungefüge
Backsteine  zu  Gebote  und  neun  Monate  ist's  Winter  oder  wenigstens
  naßkalt.  Das  Neue  hat  aber  stets  einen  Kampf  zu  bestehen
mit  dem  hämischen  Neide  der  Anhänger  des  Alten,  mit  dem
Vorurtheil  und  mit  der  Geschmacklosigkeit  der  Menge,  mit  dem
Ungeschick  der  Arbeiter,  und  hauptsächlich  mit  dem  Material
(Backstein,  Holz  und  Eisen),  das,  wenig  bildsam,  eine  gewisse
Magerkeit  der  architektonischen  Gliederung  bedingt.  So  entstand
denn  nach  manchen  bald  mehr,  bald  weniger  glücklichen  Versuchen
  eine  Architektur,  die  noch  ihre  Läuterung  durchzumachen
hat,  aber  ganz  gewiß  eigenartig  und  entwicklungsfähig  ist.  Immerhin
  aber  wird  von  König  Max  II.  eine  neue  Epoche  der
Münchner,  mithin  der  deutschen  Baukunst  datiren.

Den  Beleg  hiezu  gibt  die  Maximiliansstraße,  die  erst
seit  1856  entstanden  ist,  diese  Straße  mit  ihren  kolossalen  Prachtbauten,
  mit  ihren  lieblichen  Blumenpartien,  mit  den  ehernen
Standbildern  berühmter  Männer  des  Kriegs  und  der  Wissenschaft,
  mit  den  schattigen  Baumreihen  und  mit  ihrer  einfach  edlen
Brücke  über  den  frischen  bransenden  Strom  der  Isar.  Während
früher  die  Stadt  in  eine  dürre  Sandebene  ansgedehnt  ward,  wo
die  Langeweile  Hof  hält,  öffnete  Max  II.  einen  neuen  Weg  dahin,
wo  Natur,  Bodengestaltung  selbst  zur  Erhöhung  der  architektonischen
  Wirkung  beitragen:  der  klare  Isarstrom  und  die  Anhöhe
seines  rechten  Ufers.  Dahin  führt  die  Maximiliansstraße  die
dürstende  Hauptstadt.  Schon  jetzt  ist  sie  die  Pulsader  des
Münchner  Lebens  und  bald  wird  sich  eine  neue  Prachtstadt  um
sie  hernmlegen,  wo  Eleganz,  Abwechslung,  Lebhaftigkeit  und
Gesundheit  wohnen  werden.  Denn  dem  Wasser  verdankt  die

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