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venetianische  Architektur  die  gute  Hälfte  ihrer  Pracht.  Dem  Terrain
verdanken  Genua's,  Roms,  Prags  Paläste  fast  ausschließlich
ihre  überwältigende  Wirkung.

Den  imponirendsten  Abschluß  der  Maximiliansstraße  bildet
drüben  auf  der  Höhe  des  Gasteigs  das  Maximilianeum,  die
ganze  Perspective  beherrschend.  Es  ist  zur  Aufnahme  von  fünfundzwanzig
  bis  fünfzig  der  fähigsten  studirenden  Jünglinge  aus
ganz  Bayern  bestimmt,  um  sie  darin  für  den  höheren  Staatsdienst
  auszubilden,  wenn  sie  einer  der  drei  christlichen  Religionsgesellschaften
  angehören.

„Jeder  Bayer  —  sprach  der  König  bei  der  Grundsteinlegung
  des  Baues  am  6.  Okt.  1857  —  welchen  Standes
er  auch  sei,  kann  in  die  Austalt  eintreten,  zeigt  er  sich  hiezu
befähigt.  Mein  Volk  besitzt  Eigenschaften  des  Geistes  und
des  Herzens,  wie  nicht  leicht  ein  anderes,  es  braucht  ihm
nur  die  Gelegenheit  geboten  zu  werden,  sie  zu  entwickeln.“)

In  architektonischer  Hinsicht  wird  das  Maximilianeum
nach  seiner  Vollendung  der  Typus  des  angestrebten  nationalen
Baustyles  sein,  zu  dem  die  Schwesterkünste  der  Malerei  und
Bildhauerei  in  großem  Maßstabe  beigezogen  sind.  Zur  Anfertigung
  seines  Bauplanes  war  1850  eine  freie  Preisbewerbung
mit  drei  Preisen,  einer  zu  viertaufend  Gulden,  einer  zu  zweitausend
  Gulden  und  einer  zu  fünfzehnhundert  Gulden  ausgeschrieben.


Nachdem  eine  große  Anzahl  namhafter  Künstler  die  Concurrenz
  nach  dem  ausgegebenen  Programme  der  königlichen  Akademie
  der  bildenden  Künste  in  München  aufgenommen  hatte,
wurde  der  Preis  von  viertausend  Gulden  von  dem  aus  den
bewährtesten  Architekten  unserer  Zeit  zusammengesetzten  Schieds-!)

  Die  Lehranstalt  selbst  wurde  schon  1852  gestiftet  und  befand  sich
in  der  Schellingstraße  in  einem  Miethhause.

½st