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wird  —  das  Maximiliansstift.  Die  Anlage  krönt  das
rechte  Isarufer  auf  der  Höhe  und  an  dem  Abhang.  Da  wo
vor  wenigen  Jahren  noch  steinige  Felder  gähnten  unter  der
Gluth  der  Sonne,  wo  der  ungezähmte  Strom  eine  Wüste  von
Steingeröll  und  Kies  geschasfen  hatte,  ist  jetzt  der  schönste  Garten
  hingezaubert  mit  Blumenbeeten,  Baumgruppen,  Quellen  und
Ruhebänken.  Tausende  von  Menschen  hatten  einige  Jahre  Verdienst
  dabei.  Tausende  erfreuen  sich  jetzt  täglich  an  dem  herrlichsten
Panorama,  das  sich  dert  dem  Lustwandler  unentgeltlich  aufthut.

Nicht  schöner  zeigt  sich  Stadt  und  Dom,
Als  von  der  Höh',  die  ich  beschreite.
Der  Garten  gibt  dem  Isarstrom

Ein  langes  licbliches  Geleite.

Wo  sonst  Geröll',  wo  jäher  Sand

Den  Gang  zur  Alpensicht  verleidet,
Winkt  jetzt  ein  paradiesisch  Land,

Von  dem  das  Herz  mit  Wehmuth  scheidet.

Wer  das  erschaffen  aus  Gestein,
Wem  wir  verdanken  so  viel  Blüthe,
Muß  mit  Natur  befrenndet  sein,
Und  ähnlich  ihr,  ein  Born  der  Güte.
Wer  also  pflanzt,  wer  also  hegt

Mit  immer  gleicher  Vaterliebe,

Den  hat  Gemeines  nie  bewegt,
Den  adeln  bess're,  höh're  Triebe.)

Gibt  es  ein  aumuthigeres  Sinnbild  für  das  Wirken  eines
Friedeusfürsten  als  diese  einst  lahle  Gasteig-Höhe,  die  jetzt  der
Schmuck  der  bayrischen  Hauptstadt  ist  und  den  berühmten  englischen
  Garten  an  Reiz  der  Scenerie  unendlich  übertrifft?  Das

)  Diese  Strophen  sind  dem  Gedichte:  „Ein  Spaziergang  auf  dem
Gasteig  bei  München“  von  Martin  Schleich  entlehnt.  Es  ist  eine  Blume
voll  poctischen  Duftes  auf  dem  Sarge  des  Königs  Max  II.

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