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Anlagen,  deren  Pracht  erst  die  nächsten  Jahrzehnte  entfalten
werden.  Dieses  war  die  Denkungsart  des  königlichen  Gärtners.
Nicht  dem  Augenblick  mit  dem  raschen  Erfolge  galt  sein  Streben.
Er  pflauzte,  und  pflanzte  in  der  Erde,  in  seinem  Volke,  unbekümmert
  darüber,  ob  er  je  den  Wuchs  in  seiner  Entfaltung
sehen  werde.  Am  Uferrande  wollte  er  sich  ein  neues  Schloß
bauen.  Ein  höherer  Baumeister  zerriß  den  Plan.

Auch  das  seit  1831  geschlossene  alte  Residenztheater,  im
üppigen  Rococcostyl  gebaut,  wurde  (1857)  mit  einer  Eleganz
restaurirt,  welche  das  berühmte  Theater  von  Verseilles  nicht
erreicht.  Schon  1853  war  das  Hoftheater  neu  hergerichtet  und
zu  einer  der  schönsten  Schaubühnen  Deutschlands  umgestaltet
worden.

Ein  ächt  charakteristischer  Zug  des  Königs  offenbart  sich
in  folgender  Thatsache.  Bei  seiner  Anwesenheit  in  Paris  1846
hatte  er  auch  die  alte  Kathedrale  von  St.  Denis  besucht.  Sie
besaß  von  ihrem  Schutzpatron,  dem  heiligen  Dionysius,  dem
ersten  Apostel  der  Gallier,  nur  eine  verstümmelte  steinerne  Statue,
welche  der  Abbe  Suger  1140  der  Kirche  gegeben  hatte.  Der
König,  damals  Kronprinz,  bemerkte  es  und  ließ  im  Jahre  1854,
also  acht  Jahre  später  dachte  er  noch  daran,  einen  Abguß  der
in  der  Kirche  des  heiligen  Emmeran  in  Regensburg  befindlichen
und  aus  dem  zehnten  Jahrhundert  stammenden  Statue  des  heiligen
  Dionysius  anfertigen  und  machte  damit  dem  Capitel  von
St.  Denis  ein  Geschenk.

In  die  Frauenkirche  zu  München  schenkte  er  die  gothische
Kanzel,  die  neuntausend  Gulden  kostete;  in  die  St.  Annakirche
die  große  Glocke.  Den  Dom  in  Speyer  ließ  er  auf  seine
Kosten  ausmalen.  Dem  altdeutschen  Dichter  Wolfram  von
Eschenbach  ließ  er  in  dessen  Geburtsstadt  ein  Denkmal  errichten,
  und  ansehnliche  Beiträge  gab  er  für  die  Denkmäler  Arndt's
und  Platen's.