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Die  Fürsorge  des  Königs  erstreckte  sich  auf  alle  Kunstzweige.
  Er  gab  1859  den  Auftrag,  seiner  Unterstützung  junge
für  die  Tonsetzkunst  besonders  begabte  Talente  vorzuschlagen,
wenn  zu  erwarten  sei,  daß  sie  wirklich  zu  Hoffnungen  berechtigen,
  und  daß  durch  den  Erfolg  für  die  Tonkunst  Ersprießliches
erreicht  und  nicht  etwa  die  Mittelmäßigkeit  gefördert  werde.

Zur  Förderung  der  „dramatischen  Poesie“  setzte  er
hohe  Preise  für  die  besten  Erzeugnisse  aus,  welche,  von  besondern
  Schiedsgerichten  beurtheilt,  im  Hoftheater  zur  Ausführung
kamen.  Die  Eutscheidungen  der  Preisrichter  sind  indessen  nicht
immer  vom  Publikum  beifällig  ausgenommen  worden.

Einen  besonders  scharsen  Blick  hatte  der  König,  junge  aufstrebende
  künstlerische  Talente  zu  erkennen.  Die  unterstützte  er
dann  ausgiebig.  Die  arme  Wittwe  eines  Handwerkers  in
Zürich,  Namens  Schreiber,  hatte  einen  Sohn  auf  der  Münchener
  Kunstakademie;  er  erfreute  sich  außerordentlicher  Gunst
des  Königs.  Als  der  König  Anfangs  April  1856  auf  einem
Ausfluge  von  Lindau  aus  in  Zürich  war,  besuchte  er  'des  jungen
Künstlers  Mutter.  Die  arme  Frau  war  vor  lauter  Freude  über
die  ihr  widerfahrne  Ehre  ganz  verduzt  und  konnte  nicht  fassen,
wie  das  zuginge.  Da  sagte  ihr  der  König  mit  dem  bekannten
herzgewinnenden  feinen  Lächeln,  er  habe  es  ihrem  Sohn  in
München  versprochen,  seiner  Mutter  Grüße  von  ihm  zu  bringen.

Aber  auch  die  Invaliden  der  Kunst  vergaß  Max  II.  nicht.
Als  er  1858  erfuhr,  in  Regensburg  lebe,  einundneunzig  Jahre
alt,  erblindet,  mit  Nothdurft  ringend  jene  Frau,  für  welche
einst  Mozart  in  seiner  „Zauberflöte“  eigens  die  Partie  des
ersten  Genius  componirt  hatte,  setzte  er  ihr  eine  jährliche  Unterstützung
  von  dreihundert  Gulden  aus.  Die  Frau  hieß  Eickhoff.

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