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freisinnige  Männer.  Unter  König  Max  II.  wurde  die  persönliche
Freiheit  durch  ein  neues  Straf=  und  ein  Polizeistrafgesetzbuch
  gesichert.  Durch  ersteres  wurden  die  barbarischen  Strafen
  eines  rohen  Zeitalters:  körperliche  Züchtigung,  bürgerlicher
Tod,  Pranger,  Brandmarkung,  öffentliche  Hinrichtung  abgeschafft.
In  dem  neuen  Strafgesetzbuch  ist  dem  Henker  seine  frühere  Rolle
als  Volksbildner  abgenommen  worden.!)  Es  verfolgt  den  Zweck
den  Keim  des  Lasters  zu  ersticken,  den  Menschen  sittlich  zu  veredeln.
  Es  achtet  darum  auch  im  Missethäter  noch  den  Menschen
  und  ahndet  die  Schuld  nicht  härter,  als  sie  es  vernunftgemäß
  verdient,  indem  ja  sehr  oft  die  Verbrechen  im  Elend  und
in  der  vernachlässigten  Volksbildung  wurzeln.

Die  größte  Wohlthat  aber  ist  das  Polizeistrafgesetzbuch.
Jetzt  gilt  der  Grundsatz:  keine  Zweckmäßigkeitsgedanken  der  Beamten,
  nur  Gesetz;  keine  Strafe  ohne  Urtheilsspruch  durch  die
ordentlichen  Richter.  Dadurch  wird  dem  Volke  ein  Gesetzlichkeitssinn
  anerzogen,  ohne  den  alle  constitutionellen  Einrichtungen
leere  Formen  bleiben.

Freiheit  und  Gesetzmäßigkeit  verlangen  Oeffentlichkeit  und
das  lebendige  Wort.  Polizeiherrschaft  stützt  sich  auf  Geheimthuerei,
  Schreiberthum  und  Formelkram.  Unter  König  Max  II.
wurden  Schwurgerichte,  Oeffentlichkeit  und  Mündlichkeit
  der  Strafverhaudlungen  eingeführt.  Das  Schwurgericht
macht  die  Strafrechtspflege  zur  Volkssache,  erweckt  Vertrauen
und  entwickelt  das  Gefühl  für  Recht.  Es  ist  die  beste  Schule
freien  Bürgerthums  und  befördert  die  Vaterlandsliebe,  indem
es  dem  Bürger  einen  beständigen  Antheil  an  dem  erhabensten

!)  Am  23.  Juni  1851  wurden  in  Stranbing  zwei  Raubmäörder  hingerichtet.
  Zu  dem  Schauspiel,  weil  freier  Eintritt  war,  strömte  eine  Menge
Bauernbursche  herbei.  Auf  je  einen  Streich  fiel  immer  ein  Kopf.  Da  heulten
  die  Kerle  dem  Henker,  welcher  heute  sein  „Meisterstück“  (die  erste  Hinrichtung)
  lieferte,  ein  wüstes  „Bravo“  zu!