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Völker  gewinnen.  Weites  Land,  gesegnete  Fluren,  reicher  Wechsel
von  Getreide  und  Obst  und  Wein:  —  das  ist  das  lachende
Bild  eines  glücklichen  Volkes.  Von  da  gehen  die  sicheren  Straßen
aus  zum  heitern  Bruderverkehr,  zum  Gewerbe,  zum  Handel,
  zur  Kultur  des  Geistes,  zur  Sitte,  zur  Kunst,  zur  Eintracht,
  zur  Heiligkeit  des  Geistes.  Und  sind  das  nicht  die  Schätze
der  Erde?

Der  Ackerbau  ist  die  Grundbedingung  der  materiellen  Wohlfahrt
  der  Völker  und  Staaten,  sonach  mittelbar  einer  der  Grundfaktoren
  des  politischen  Gewichts  der  Staaten.  Der  Ackerbau
ist  die  einzige  Ernährungsqnelle,  die  nie  versiegt.  Er  erhält
das  Volk  jung  und  blühend.  Die  Stürme  der  Zeit  berühren
ein  ackerbauendes  Volk  weniger  als  ein  lediglich  industrielles  oder
handeltreibendes.  Ein  Krieg  vernichtet  die  Handelsblüthe.  Der
Ackerbau  bringt  Wohlfahrt,  ohne  zwei  Drittel  der  Bevölkerung
zu  Fabriksclaven  zu  erniedrigen.  Gerade  Bayerns  Wohlstand
beruht  zunächst  auf  dem  Ackerbau.

Es  ist  bereits  erzählt  worden,  daß  unter  König  Max  II.
ein  freier  Bauernstand  durch  die  Grundentlastung  geschaffen  worden
  ist.  Dabei  blieb  die  Förderung  der  Landeswohlfahrt  nicht
stehen.  Im  November  1848  wurde  ein  Ministerium  des  Handels
  und  der  öffentlichen  Arbeiten  gebildet  und  ihm  die  Förderung
  der  materiellen  IJnteressen  des  Landes  als  Wirkungskreis
angewiesen.  Das  feudale  Jagdrecht  auf  fremdem  Grund  und
Boden  ward  aufgehoben  und  ging  mit  dem  1.  Febrnar  1849
an  die  betreffenden  Grundeigenthümer  selbst  über.  Ueber  den
Ersatz  des  Wildschadens  erschien  ein  Gesetz,  das  auf  Recht
und  Billigkeit  steht.  Das  lachende  Bild  von  ehemals  ist  nun
nicht  mehr  sichtbar,  wo  die  Häschen  so  possierlich  die  jungen  Obstbäumchen
  der  Bauern  ungestraft  benagen  durften.  Die  Jagdidylle
ist  unwiderruflich  hin,  wo  ein  Dutzend  stattlicher  Hirsche  den  Hochwald
  verläßt  und  in  wogenden  Getreidefeldern  lustwandelt.

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