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Sie  haben  zur  Erfüllung  ihrer  Pflichten  himmlische  Geduld
nothwendig,  darum  dürfen  Sie  immer  auf  mich  zählen.
Lassen  Sie  sich  nur  die  Bildung  des  Volkes  angelegen  sein,
denn  sie  ist  größtentheils  in  ihre  Hände  gelegt;  verbreiten
Sie  allseitig  nützliche  Kenntnisse  —  doch  vor  allem  empfehle
ich  Ihnen  eine  sorgfältige  Erziehung  an,  sie  ist  die  Hauptsache,
denn  nur  durch  sie  läßt  sich  ein  sittlich  gutes,  getreues  Volk
heranbilden.  Sagen  Sie  Ihren  Standesgenossen,  ich  liebe  sie,
und,  die  Hand  auf  die  Brust  legend,  Ihr  König  gibt  Ihnen
das  Wort,  ich  werde  alles  für  Sie  thun,  was  ich  kann.“.
Der  König  stellte  sich  an  die  Spitze  des  Vereins  zur
Unterstützung  bedürftiger  Bewohner  mit  Breunholz,  besuchte  oft
die  Armen-Anstalten,  erkundigte  sich  auf  dem  Viktualienmarkt
nach  den  Preisen  und  kostete  wohl  die  Rumforder  Suppe.  Im
Jahre  1853  gründete  er  den  St.  Johannisverein  für  freiwillige
  Armenpflege.  Der  Verein  soll  die  oft  sehr  zersplitterten
Kräfte  der  Privatwohlthätigkeit  zusammenfassen  und  ward  ursprünglich
  mit  dreißigtaufend  Gulden  von  dem  königlichen  Stifter
dotirt.  Aber  zu  verschiedenen  Malen  erhöhte  der  König  den
Stiftungsfond,  bis  er  ihn  1860  auf  achtzigtausend  Gulden  gebracht
  hatte.  In  seinem  Testamente  bestimmte  er  ihm  abermals

ein  Legat  von  einhundertfünfzigtansend  Gulden.
Die  erste  Versammlung  der  Capitels-Mitglieder  des
St.  Johannisvereins  hatte  der  König  mit  den  Worten  eröffnet:
„Glücklich  würde  ich  mich  schätzen,  gelänge  es  unserm
vereinten  Bemühen  es  dahin  zu  bringen,  daß  in  Bayern
sich  Niemand  fände,  der  nicht  sein  genügendes  Auskommen
hätte.  Das  Glück  des  Volkes  ist  das  seines  Fürsten,  eines

so  trefflichen  Volkes  wie  das  Unfrige!“

Im  Jahre  1854  stiftete  er  das  „Maximilians-Waisenstift,“
  welches  die  Bestimmung  hat,  verwaisten  Töchtern
von  Staatsdienern  einen  Zufluchtsort  zu  bieten.  Zur  obersten

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