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Müller,  König  Max  II.

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Drohungen  und  Lockungen  waren  zu  besiegen.  Noch  am  9.  März,
Mittags  ein  Uhr,  hatte  der  König,  im  Bette  liegend,  eine  Besprechung
  mit  dem  von  Oesterreich  gesendeten  Erzherzog  Albrecht
gehabt  und  dessen  Forderungen  in  höflichster  Form  abgelehnt.
Unmittelbar  nach  der  Audienz  des  Erzherzogs  ließ  der  sehr
angegriffene  Monarch  den  bayrischen  Minister  des  Aeußern  beauftragen,
  dem  Erzherzog  die  Erfolglosigkeit  seiner  Sendung
durch  Vermittlungs-Vorschläge  zu  mildern.  Sehr  erfreut  vernahm
  er  bald  nachher  die  Geneigtheit  Oesterreichs,  auf  die  früher
verworfenen  Vorschläge  einzugehen.  Nachdem  er  noch  die  Weisung
an  den  bayrischen  Bundestags-Gesandten  unterzeichnet  hatte,  daß
dieser  die  Einberufung  der  Stände  Holsteins  in  der  Bundesversammlung
  beantrage,  war  er  sehr  erschöpft.  „Gottlob,“  äußerte
er,  „daß  ich  diese  Sache  erledigt  habe.“

Bald  darauf  trat  die  Königin  in  das  Kabinet  des  Königs.
Sie  erschrack  über  sein  Aussehen.  Es  war  drei  Uhr  Nachmittags
  und  rasch  hatte  sich  die  Sache  zum  schlimmsten  Ausgang
geneigt.  Im  Volke  ahnte  man  noch  nichts.  Man  wußte  nur
von  einem  Unwohlsein  des  Königs.  Um  so  erschütternder  wirkte
die  erste  Nachricht,  welche  in  einer  Extrabeilage  der  Bayrischen
Zeitung  um  vier  Uhr  Nachmittags  verbreitet  wurde:  daß  der
König  an  einem  ausgedehnten  Rothlauf  der  linken  Brustwand
leide  und  sich  demzufolge  in  einem  bedenklichen  Zustand  befinde.
Nun  strömte  das  Volk  in  Zügen  nach  der  königlichen  Residenz
und  füllte  die  Vorzimmer  des  Königs.  Gegen  Abend  versammelten
  sich  die  Mitglieder  des  königlichen  Hauses  —  König
Ludwig  war  in  Algier  —  der  Ministerpräsident,  der  Erzbischof
von  München  und  die  obersten  Kron-Würdenträger  in  der  Residenz
und  verweilten  da  die  ganze  Nacht.  Von  allen  Seiten  drang  die
Kälte  des  Todes  auf  den  König  ein,  aber  drinnen  im  morschen
Körper  flammte  noch  der  Geist,  bis  ihm  der  Morgen  im  ewigen
Osten  aubrach.  Die  Königin  wich  nicht  von  seinem  Bette.

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