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spruch  hat.  Meine  Liebe  zu  ihm  wird  mein  Leben
überdauern.  Für  mein  Volk  werde  ich  wirken  und
beten,  so  lange  ich  zu  wirken  und  beten  vermag.“

Es  war  fast,  als  ob  der  König  eine,  wenn  auch  unbewußte,
Ahnung  seiner  baldigen  Auflösung  gehabt  hätte.  Der  ehrwürdige
  Benediktinerabt  Haneberg  hatte  unmittelbar  vor  seiner  1
Abreise  nach  Palästina  eine  Audienz.  Im  Verlauf  des  Gespräches
  äußerte  der  König  den  Wunsch,  von  dem  Gelehrten  schriftlich
  abgefaßte  Erläuterungen  über  Fragen,  welche  das
Jenseits  betresfen,  zu  lesen.  )  Da  der  Abt  sofort  seine
Reise  antrat,  kam  er  dem  Wunsche  des  Königs  während  derselben
  nach  und  übersendete  ihm  von  dem  Kloster  Laibach  in  Illyrien
aus  die  dort  niedergeschriebenen  Erläuterungen.  Sie  gelangten
am  6.  März,  am  Sonntag,  in  die  Hände  des  Königs.  Sofort
begann  er,  sie  zu  lesen,  und  schöpfte  großen  Trost  daraus.  Auch
die  Königin  wurde  mit  dem  Inhalt  des  Manuscriptes  bekannt
gemacht.  In  den  folgenden  Tagen  las  es  der  König  wiederholt,
schon  an  der  Schwelle  des  Jenseits  stehend.

Als  historisches  Aktenstück  soll  hier  der  von  dem  Leibarzte
des  Königs  Max,  Dr.  v.  Gietl,  veröffentlichte  Bericht  über  den
Verlauf  der  tödtlichen  Krankheit  eine  Stelle  finden.

„Im  Jahre  1835  erlitt  Se.  Majestät  einen  heftigen  Anfall
  von  Kopfschmerz.  Diese  Kopfschmerzen,  von  denen  wohl  schon
in  den  Knabenjahren  Andeutungen  ausfgetreten  waren,  dauerten  1
von  dem  genannten  Zeitpunkte  unter  den  verschiedensten  Pausen
und  Schwankungen  achtundzwanzig  Jahre  lang  bis  zum  Tode.
In  dieser  langen  Reihe  von  Jahren  verbanden  sich  mit  dem

)  Es  ist  irrig,  daß  der  Abt  aufgefordert  worden,  dem  König  „Worte
zum  Trosteeines  Sterbenden“  aufzusetzen.  So  sagt  der  Geschichtsschreiber
Söltl.  Zuerst  wurde  die  irrige  Notiz  von  einem  Münchner  Blatte  gebracht
und  ging  in  die  Schrift  Söltl's  über,  obwohl  sie  in  einem  Augsburger  «
Blatte  gerügt  worden  ist.  "

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