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Aus  dem  Leichenbefunde:)  ergaben  sich  folgende  Conclusionen:

1)  Die  Krankheit,  an  welcher  Seine  Mjestät  der  König
Max  II.  starb,  bestand  in  einer  nach  Intensität  und  Extensität
verderblichen  Form  von  Entzündung  (Dipyhteritis)  des  Unterhautbindegewebes
  der  ganzen  linken  Brusthälfte.

2)  Der  rasch  (den  9.  März  Nachmittags  drei  Uhr)  eingetretene
  Verfall,  die  Pulslosigkeit  und  Kälte  der  Extremitäten
wurden  theils  durch  die  rasche  und  mächtige  mit  oben  bezeichneter
  Entzündung  verbundene  Ausschwitzung,  vorzüglich  aber
durch  die  Beschaffenheit  des  Herzens,  namentlich  durch  dessen
Dünnwandigkeit  erzeugt.  Dieser  Beschaffenheit  des  Herzens  muß
auch  ein  Antheil  an  der  schlimmen  Artung  der  Hautentzündung
und  besonders  an  dem  tödtlichen  Ausgange  zugeschrieben  werden.

3)  Die  jahrelangen  Kopfschmerzen  hatten  in  einem  chronischentzündlichen
  Zustande  der  die  Knochen  des  Schädelgewölbes
ernährenden  Häute  (der  äußeren  Beinhaut  und  der  harten  Hirnhaut)
  ihren  Grund,  in  Folge  dessen  die  Knochen  selbst  entsprechend
verändert,  griesig  rauh  wurden.

Seine  Majestät  war  von  Kindheit  an  mit  Ausnahme
einiger  Jahre  im  Jünglingsalter  nie  recht  gesund  und  mußte
im  Verlauf  des  Lebens  große  Gefahren  für  seine  Gesundheit
bestehen.  In  verschiedenen  Perioden  des  Lebens  konnte  man
nicht  hoffen,  daß  dieses  kostbare  Leben  bis  in  die  fünfziger  Jahre
dauern  würde.  Vorzüglich  ließ  das  andauernde  Kopfleiden  schlimme
Folgen  fürchten  nach  der  Auffassung  der  bedeutendsten  Aerzte.
Wenn  auch  die  Consequenzen,  welche  das  Kopfleiden  befürchten
ließ,  glücklich  verhindert  wurden,  so  muß  dieses  doch  wohl  einen
schwächenden  Einfluß  auf  die  organischen  Thätigkeiten  geübt
haben.  Dr.  Wolfsteiner,  der  Seine  Majestät  auf  der  letzten

!)  Ein  Auszug  aus  dem  Sektionsprotokolle  ist  in  der  „Bayrischen
Zeitung“  vom  18.  März  1864  enthalten.

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