4  SCoc#ccDie  deutsche  Sache  chschkbm##n

leidet.  Ee  würde  wohl  menschlich  verständlich  sein,
wenn  ich  beim  Reden  die  vollendete  Ruhe  der  Neu—
tralität  nicht  in  jedem  Augenblicke  fände.  Aber  ich  will
mich  bemühen,  mit  Ihnen  so  zu  sprechen,  wie  ich  es  dem
neutralen  Charakter  eines  gastlichen  Landes  schuldig  bin.

Das,  was  wir  als  den  ungehcuren  Krieg  der  Gegenwart
  erleben,  es  ist  im  Grunde  eine  Anhäufung  sehr
verschiedener  Kriege,  die  nur  auf  den  Zeitpunkt  gewartet
  haben,  wo  der  eine  den  anderen  aufwecken
würde.  Wir  sehen  vor  Augen  ein  Wiederaufleben  fast
aller  noch  unerläßlichen  älteren  territorialen  oder  nationalen
  Streitigkeiten  des  europäischen  Kontinents  und
sehen  gleichzeitig  einen  Kampf  um  die  Seeherrschaft
und  um  die  Freiheit  der  Meere,  der  sich  gerade  in  diesen
Tagen  bis  in  die  Nähe  Zhrer  nordischen  Küsten  abspielt.

Wenn  ich  sage,  daß  die  kontinentalen  Kriege,  die
jetzt  wieder  aufgeweckt  worden  sind,  alten  Ursprungs
seien,  sowird  das  am  deutlichsten,  wenn  man  die  Protokolle
  des  einstigen  „Wiener  Kongresses“  zur  Hand  nimmt.
Da  ich  häufig  in  der  Hauptstadt  unseres  österreichischen
Bundesgenossen  weile,  so  liegt  es  mir  nahe,  den  Krieg
unter  dem  Gesichtspunkt  des  Wiener  Kongresses  vom
Jahre  1815  anzusehen.  Schon  damals  gab  es,  ebenso
wie  jetzt,  eine  italienisch-österreichische  Frage,  wenngleich
  mit  etwas  anderen  Grenzen.  Schon  damals  hatte
man  eine  serbische  Frage,  und  es  gab  eine  Zeit,  in  der
der  Staatskanzler  Metternich  den  Wunsch  hatte,  Serbien
an  Stelle  von  Oberitalien  zur  österreichischen  Monarchie
binzuzuziehen.  Auf  dem  Wiener  Kongreß  wurde  schon
über  die  Fürstentümer  geredet,  d.  h.  über  Walachei