14  SocDie  deutsche  Sache  Scb#chöchcbbc###

matischen  Beilegung  des  Streites  auf  eine  erschreckende
Weise  unterbrochen.

Man  kann  in  der  Literatur  unserer  Gegner  ständig
lesen,  daß  der  deutsche  Militarismus  sich  mit  allen  Mitteln
für  die  Durchführung  dieses  Krieges  vorbereitet  habe
und  daß  in  der  Existenz  dieses  Militarismus  schon  für
sich  allein  der  hinreichende  Beweis  des  deutschen  Kriegswillens
  liegt.  Wer  so  redet,  verkennt  die  geograpbische
Lage  Mitteleuropas.  Selbst  der  gegenwärtige  englische
  Ministerpräsident  Llopd  George  hat  in  früheren
rubigeren  Zeiten  anerkannt,  daß  die  Situation  Deutschlands
  zu  Rüstungen  zwinge.  Wir  haben  in  den  vergangenen
  Zahrhunderten  die  schmerzlichsten  Kriegserfahrungen
  gemacht.  Auf  dem  Gebiete  Mitteleuropas
baben  sich  in  der  Vergangenheit  alle  feindlichen  Heere
getroffen.  Zweimal  sind  die  Türken,  längst  ehe  sie
unsere  Bundesgenossen  wurden,  als  Feinde  vor  Wien
gewesen.  Immer  von  neuem  haben  italienische  und
spanische  Scharen  deutsche  Landstriche  verwüstet.  Die
Franzosen  sind  im  17.  und  18.  Jahrhundert  bis  hin  zu
Vapoleon  immer  wieder  in  den  süddeutschen  und  rechtsrheinischen
  Gebieten  erschienen,  und  zahlreiche  Ruinen
erinnern,  wie  die  Schloßruine  von  Heidelberg,  an  die
Kulturtaten  des  Franzosentums.  Auch  die  Schweden
sind  unter  Gustav  Adolf  und  unter  den  Generälen,  die
später  seine  Armee  führten,  fast  durch  ganz  Deutschland
gezogen.  Die  Russen  sind  zweimal  in  Berlin  gewesen;
es  hätte  nicht  viel  gefehlt,  so  wäre  Deutschland  zerstückelt
  und  zerbrochen  worden,  wie  das  polnische  Reich.
Auf  deutschem  Boden  hat  vor  100  Jahren  die  europäische