32  TEcchebebobcbb  Die  deutsche  Scelc  Tocc#c##ckc#

erwählte  Volk  Gottes  hält  es  in  angeborener  Naivität
für  selbstverständlich,  daß  ihm  die  Aufgabe  der  Verwaltung
  der  Menschheit  zufallen  müsse.  Darin  liegt
für  das  Bewußtsein  des  Engländers  Vorteil,  Würde  und
Aufgabe  zugleich.  Man  würde  sich  über  die  Zähigkeit,
mit  der  England  den  Kampf  zu  führen  beabsichtigt,
sehr  täuschen,  wenn  man  diese  ideellen  Gesichtspunkte
außer  Betracht  läßt.

Wenden  wir  uns  nun  aber  zu  unserem  östlichen
Gegner,  dem  Russen,  so  haben  wir  ein  vollständig
anderes  Bild.  Der  Russe  hat  keine  große  Kulturvergangenheit.
  Er  glaubt  viel  weniger  an  das,  was  gewesen
ist,  als  an  das,  was  kommen  soll.  Er  glaubt  an  die
Unerschöpflichkeit  seiner  Natur  und  seines  Landes  mit
Inbrunst  und  Mystik.  Alle  übrige  Menschhbeit  erscheint
ihm  klein  und  unbedeutend  gegenüber  dem,  was  die
russische  Erde  noch  hervorbringen  kann.  Wenn  Millionen
von  Menschen  sterben,  so  hat  er  keine  große  Betrübnis,
denn  noch  mehr  Millionen  werden  wieder  wachsen.
Er  denkt  in  längeren  Zeiträumen  und  in  großen  Quantitäten.
  Sein  Optimiomus  ist  vielfach  ohne  Grenzen.  Man
kann  finden,  daß  der  Russe  als  Einzelperson  pessimistisch
ist  und  wenig  von  sich  und  seinem  Leben  hält,  aber  er
wird  enthusiastisch,  sobald  er  von  der  Nation  im  ganzen
redet.  Ich  gedenke  dabei  eines  Gespräches,  das  ich
mehrere  Zahre  vor  dem  Kriege  mit  einem  russischen
Dumaabgeordneten  hatte.  Es  war  eine  Begrüßung
russischer  Abgeordneter  bei  uns  gewesen.  Ich  ging  mit
einem  dieser  Herren  spätabends  nach  dem  Empfang
noch  um  eine  Tasse  Kaffee  zu  trinken.  Zu  jener  mitter-