ZG6Zzxoètozz  Die  deutsche  Seele  5##hs#  ν

Wenn  in  den  Werkstätten  von  Krupp  der  Riesenhammer
mit  der  Wucht  von  Tausenden  von  Zentnern  nieder---saust,
  so  interessierten  und  nach  unserer  deutschen  Denkweise
  daran  viel  weniger  die  Quantitäten  der  niederfallenden
  Masse,  als  die  Kunst  der  Regelung  und  Bezähmung
  dieser  Quantitäten.  Es  ist  unsere  Bewunderung,
daß  die  Masse  genau  an  dem  Nillimeter  haltmacht,
bis  zu  dem  sie  wirken  soll,  —  die  Begrenzung  der  Macht
auf  das  unbedingt  Notwendige.  Es  ist  ein  deutsches
Interesse,  daß  man  eine  menschliche  Hand  unter  einen
Dampfhammer  legen  kann,  ohne  daß  sie  beschädigt  würde.

Diesen  besonderen  Geist  soll  man  in  Gedanken
behalten,  auch  wenn  man  über  die  Kriegoemaßnahmen
des  deutschen  Heeres  Erörterungen  anstellk.  Ich  spreche
absichtlich  heute  nicht  über  militärische  Fragen,  auch
nicht  über  den  U-Boot-Krieg,  darf  aber  doch  aussprechen,
daß  ein  Verfahren,  über  welches  das  deutsche  Volk
vicle  Monate  bindurch  unter  sich  die  ernstesten  Auseinandersetzungen
  gehabt  hat,  nicht  ohne  Erwägungen
der  Wirkung  und  der  Begrenzung  in  die  Welt  gesetzt
worden  ist.

Da  die  technische  Methode  unseres  Denkens  vom
Auslande  im  allgemeinen  zu  wenig  begriffen  wird,
so  machen  sich  die  Ausländer,  und  insbesondere  auch
die  Westvölker,  meist  eine  irrige  Vorstellung  vom  Zustande
  des  deutschen  Staatswesens  überhaupt.  Sie
reden  von  einem  Staate  ältester  Formation,  der  noch
kaum  aus  der  mittelalterlichen  Stufe  monarchischen
Herrentums  herausgetreten,  in  dem  eine  Herrschaftsklasse
  die  große  Menge  des  Bolkes  vergewaltigt  und