Dezember  1903.  7

des  Herrn  Abgeordneten  Bebel  nicht  abhalten  lassen  werde,  auf  das
sorgsamste  die  Beziehungen  zu  Rußland  auch  weiter  zu  pflegen.

(Großer  Lärm  bei  den  Sozialdemokraten,  lebhafte  Zustimmung

rechts.  Glocke  des  Präsidenten.)

Vizepräsident  Dr.  Paasche:  Meine  Herren,  ich  bitte,  den  Herrn  Redner
nicht  zu  unterbrechen.

Reichskanzler  Graf  von  Bülow:

Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  ist  weiter  eingegangen  auf  unser
Verhältnis  zu  Amerika.  Er  hat  mir  vorgeworfen,  daß  wir  Amerika
gegenüber  zu  nachgiebig  seien,  daß  wir  Amerika  nachliefen.  Das  ist
genau  derselbe  Vorwurs,  der  in  der  sogenannten  gelben  Presse  in  Amerika
gelegentlich  gegen  die  Leiter  der  dortigen  Politik  erhoben  wird,  und
das  beweist,  daß  auf  beiden  Seiten  des  großen  Wassers  die  einsichtigen,
besonnenen  und  verständigen  Leute  an  der  Aufrechterhaltung  guter  Beziehungen
  zwischen  Amerika  und  Deutschland  arbeiten,  und  die  weniger

genommen.  Es  war  ganz  natürlich,  daß,  als  er  nach  Deutschland  kam,
ihm  hier  gleichfalls  ein  höflicher  Empfang  bereitet  wurde.  Von  irgendwelcher
  Unterwürfigkeit  der  ihn  empfangenden  Herren  ist  gar  nicht  die
Rede  gewesen.  Es  handelte  sich  auch  nicht  um  den  kommandierenden
General  von  Danzig  oder  um  den  Oberpräsidenten,  sondern,  soviel  mir
bekannt  ist,  um  einen  Assessor  der  dortigen  Regierung  und  den  General
von  Mackensen,  der  von  früher  her  mit  Herrn  Vanderbilt  bekannt  war.
Ich  möchte  wünschen,  daß  häufiger  Fremde  in  einflußreichen  Stellungen
Deutschland  besuchen;  denn  im  allgemeinen  kennen  wir  Deutsche  das
Ausland  besser  als  das  Ausland  uns,  und  wenn  wir  solche  Fremde
freundlich  und  höflich  empfangen,  so  vergeben  wir  uns  gar  nichts.

Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  hat  sich  weiter  über  den  Stand  der
Handelsverträge  ausgesprochen.  Wie  er  es  tat,  das  würde  im  höchsten
Grade  geeignet  sein,  das  Zustandekommen  von  Handelsverträgen  zu  erschweren,
  wenn  man  im  Auslande  glaubte,  daß  der  Herr  Abgeordnete
Bebel  auf  unsere  Politik  einen  bestimmenden  Einfluß  ausüben  könnte.

(Heiterkeit  rechts.)
Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  hat  alle  Argumente  zusammengetragen,