Dezember  1903.  21

denn  dann  würde  sich  Ihre  Unfähigkeit  im  Innern  wie  nach  außen,
Ihre  Unfähigkeit,  die  Produktion  zu  organisieren,  Ihre  Unfähigkeit,  die
auswärtige  Politik  zu  führen  —  Ihre  ganze  Impotenz  würde  sich
in  bengalischer  Beleuchtung  zeigen.
(Große  Heiterkeit  und  Sehr  wahr!  —
Zurufe  von  den  Sozialdemokraten.)
Ich  gebe  allerdings  zu,  daß  Ihre  Geschäftsübernahme  auch  für  uns  ein
heilloses  Pech  sein  würde
(große  Heiterkeit),
denn,  wenn  Sie  nichts  Dauerndes  organisieren  und  produzieren  würden,

(Sehr  richtig!  rechts.)

Meine  Herren,  in  den  langen  Ausführungen  des  Herrn  Abgeordneten
  Bebel  traten  uns  namentlich  zwei  Gesichtspunkte  entgegen.
Einmal  das  von  dem  Herrn  Abgeordneten  Bebel  schon  früher  oft  proklamierte
  unverhüllte  Bestreben,  die  bestehende  Ordnung  der  Dinge
unsere  bestehende  staatliche  und  gesellschaftliche  Ordnung  umzustürzen.
Und  dann  Klagen  über  mangelndes  Entgegenkommen  des  Staates  gegenüber
  der  sozialdemokratischen  Bewegung,  der  sozialdemokratischen  Weltauffassung.
  Ja,  meine  Herren,  solche  Klagen  erinnern  mich  an  das
französische  Sprichwort  von  dem  Tier,  das  für  böse  erklärt  wird,  weil
es  sich  verteidigt,  wenn  es  angegriffen  wird.  Verteidigen  wird  sich  der
Staat.

(Zuruf  von  den  Sozialdemokraten.)
—  Wer  der  Staat  ist?  Das  würden  Sie  schon  merken,  wenn  Sie
losgingen.  Wir  werden  die  bestehende  Ordnung  der  Dinge,
wir  werden  die  Fundamente,  auf  welchen  diese  Ordnungruht,
die  Religion,  die  Monarchie,  die  in  Jahrhunderten  langsam
emporgewachsene  Kultur,  wir  werden  das  Haus,  das  vielen
Geschlechtern  Obdach  gewährt  hat  und  das  noch  unsere  Kinder
aufnehmen  soll,  zu  verteidigen  wissen  und  verteidigen  können.
An  diesem  Hause  haben  viele  Generationen  gearbeitet,  große
Geister  und  tüchtige  Männer,  es  ist  das  Resultat  von  viel  Hingebung
  und  Treue,  von  viel  Schweiß  und  Blut.  Aufzubauen  ist
schwer,  ein  zureißen  ist  leicht.  Die  Künstler,  die  den  Tempel
aufführen,  werden  selten  geboren,  aber  Herostrate,  die  bereit
sind,  ihn  anzuzünden,  sind  zu  Dutzenden  vorhanden.
(Sehr  gut!  rechts.)