Dezember  1903.  23

daß  ich  mich  nicht  kompetent  halte  auf  Gebieten,  wo  ich  keine  gründliche
  Kenntnis  besitze,  daß  ich  mir  also  beispielsweise  nicht  einbilde,
von  Geschützen,  von  Artillerie  und  dergleichen  viel  zu  verstehen.  Ich
habe  nur  gesagt,  daß  ich  den  Herrn  Kriegsminister  von  Einem  auf
militärischem  Felde  für  kompetenter  hielte  als  den  Herrn  Abgeordneten
Bebel,  und  das  ist  seitdem  in  doppelter  Weise  bewiesen  worden.  Es
ist  bewiesen  worden  durch  die  sehr  sachkundigen  Ausführungen,  die  der
Herr  Kriegsminister  hier  neulich  gemacht  hat,  und  es  ist  andrerseits
bestätigt  worden  durch  die  weit  weniger  sachkundigen  Darlegungen,  die
uns  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  heute  über  militärische  Dinge  geboten
  hat.
(Sehr  richtig:  rechts.)

Wenn  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  bei  dieser  Gelegenheit  bestritten
hat,  daß  er  einzelne  Fälle  verallgemeinere,  um  dadurch  unsere  Zustände
in  trübem  Licht  erscheinen  zu  lassen,  so  muß  ich  sagen,  daß  von  allen
Behauptungen,  die  er  heute  aufgestellt,  diese  mich  vielleicht  am  meisten
durch  ihre  Kühnheit  überrascht  hat.

(Sehr  richtig!)
Ich  berufe  mich,  meine  Herren,  zum  Beweise  auf  zahllose  Artikel  in
der  sozialdemokratischen  Presse,  auf  ebenso  zahlreiche  Reden  der  sozialdemokratischen
  Abgeordneten  und  vor  allem  und  insbesondere  gerade
auf  die  Rede,  die  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  heute  gehalten  hat.
Ich  wundere  mich  auch  nicht,  daß  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  in  dieser
Beziehung  verallgemeinert;  er  hat  ja  vor  kurzem  erklärt,  daß  er  bis  zum
letzten  Atemzug  die  bestehende  Ordnung  der  Dinge  bekämpfen  und
untergraben  wolle.  Da  ist  eine  solche  verallgemeinernde  Taktik  natürlich.
  Was  mich  wundert,  ist  nur,  daß  er  uns  für  so  einfältig  hält,
daß  wir  diese  Tendenz  bei  ihm  nicht  merken  und  herausfühlen  sollten.
Darin  unterschätzt  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  doch  unsere  Kapazität.
GGeiterkeit.)

Meine  Herren,  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  ist  auch  auf  die
Soldatenmißhandlungen  zurückgekommen.  Ich  wiederhole  nochmals,
daß  von  der  Heeresverwaltung  alles,  aber  alles  geschehen  soll,  um
solchen  Abscheulichkeiten  vorzubeugen,  um  solche  Abscheulichkeiten  auszurotten.
  Wenn  aber  bei  dieser  Gelegenheit  der  Herr  Abgeordnete  Bebel
unter  vielen  anderen  unliebenswürdigen  Bemerkungen  über  unser  Heer
gefragt  hat:  „Wo  wird  mehr  geschimpft  als  auf  dem  Exerzierplatz?“  so