Dezember  1903.

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aber  nicht  unsere  Finger  verbrennen  bei  Angelegenheiten,  die  uns  nichts
angehen.

Nun  hat  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  mit  dem  ihm  eigenen  Pathos
erklärt,  er  müsse  sich  „vor  der  ganzen  Kulturwelt“,  wie  er  sich  ausdrückte,
  dagegen  verwahren,  daß  er  in  Mazedonien,  Armenien  und  in
der  Mandschurei  mtervenieren  wollte.  Das  wird  Rußland  und  die
anderen  Mächte  gewiß  wesentlich  beruhigen.

(Heiterkeit.)
Ich  muß  mich  aber  mit  dem  Herrn  Abgeordneten  Bebel  darüber  verständigen,
  was  er  eigentlich  unter  Intervention  versteht.  Wer  so  scharf,
wie  der  Abgeordnete  Bebel  es  tut,  die  Verhältnisse  anderer  Länder
kritisiert,  wer  so  lebhaft  Partei  für  die  inneren  Gegner  fremder  Regierungen
  gegen  diese  nimmt,  der  steht  vor  zwei  Möglichkeiten:  entweder
seine  Worte  sind  Schläge  ins  Wasser  und  führen  höchstens  zu  einer
Blamage,  oder  es  kommt  schließlich  zu  Zusammenstößen  mit  dem  Ausland.
  Daß  wir  das  eine  wie  das  andere  vermeiden  wollen,  damit  wird
die  Mehrheit  dieses  Hauses  wohl  einverstanden  sein.
(Sehr  wahrk!  rechts.)

Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  hat  weiter  gesagt,  daß  er  die  ausländischen
  Länder  und  Verhältnisse  kritisiere,  völlig  unbekümmert  darum,
was  für  einen  Eindruck  er  dadurch  im  Ausland  hervorrufe,  und  er  ist
in  dieser  Kritik  so  weit  gegangen,  daß  er  sich  ein  Einschreiten  des
Herrn  Präsidenten  zugezogen  hat.  Ich  muß  Herrn  Bebel  darauf  aufmerksam
  machen,  daß,  wenn  er  seine  Stellung  hier  so  auffaßt,  als  ob
Außerungen,  die  in  diesem  Hohen  Hause  getan  würden,  im  Auslande
gar  keine  Beachtung  fänden,  er  die  Bedeutung  des  Deutschen  Reichstags
  und  die  Tragweite  dessen,  was  hier  ausgeführt  wird,  erheblich
unterschätzt.

Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  ist  dann  auf  den  Dresdener  Parteitag
  übergegangen.  Am  Eingange  seiner  langen  Ausführungen  behauptet
er,  daß  ihm  der  Herr  Kriegsminister  von  Einem  neulich  einen  beklommenen
  Eindruck  gemacht  habe.  Davon  haben  wir  anderen  gar  nichts
gemerkt.

(Sehr  gut!  und  Heiterkeit.)
Aber  ich  gestehe:  als  der  Herr  Abgeordnete  Bebel  soeben  meinte,  der
Dresdener  Parteitag  sei  für  seine  Partei  ein  Jungbrunnen  gewesen,  da
machte  er  mir  einen  einigermaßen  gedrückten  Eindruck.
(Sehr  gut!)